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Umrüstung auf LED in Wohnmobil und Wohnwagen

Umrüstung auf LED in Wohnmobil und Wohnwagen

Die Umrüstung von herkömmlichen Leuchtmitteln auf LED ist in meinen Augen eine sinnvolle Sache. Denn du sparst Energie, was dich unabhängiger vom Landstrom macht. Wir haben als erstes, nachdem wir unser WoMo gekauft haben, die Lampen auf LED umgestellt und es nicht bereut. In diesem Artikel zeige ich euch, worauf es ankommt und wie ihr am Besten vorgeht.

Anleitung: So gehst du am Besten vor

Als erstes habe ich dir hier eine Checkliste für die Umstellung deines Wohnmobils auf LED erstellt. Unter dieser Liste findest du Informationen und Details zu den einzelnen Punkten, falls dir Dinge in der Checkliste unklar sein sollten.

Du kannst also entweder zuerst den kompletten Artikel lesen und dann loslegen. Oder du arbeitest einfach direkt die Liste ab und liest dann die entsprechenden Stellen im Artikel, wenn du Fragen hast.

  1. Prüfe jede Lampe auf das enthaltene Leuchtmittel:
    1. Miss die Länge und den Durchmesser des Leuchtmittels
    2. Ermittle die Wattzahl
    3. Prüfe, welcher Sockel verwendet wird und wie lang die Pins sind.
  2. Ermittle den passenden Lumenwert anhand der Wattzahl.
  3. Suche dir einen Online Shop und darin die passenden Leuchtmittel. Achte auch auf die Maße. LED Leuchtmittel haben oft verschiedene Formen, die in deine Lampe passen müssen.
  4. Ersetze die Leuchtmittel in deinem Wohnmobil.
  5. Wenn eine LED nicht leuchtet, dann kann die Polung an der Lampe falsch sein. Dann musst du die beiden Anschlussdrähte einmal tauschen.

Gratulation, du sparst jetzt eine Menge Strom und kannst damit länger autark campen.

Wenn dir doch noch das eine oder andere unklar ist, dann kommen wir nun zu den Erklärungen der einzelnen Begriffe und Themen.

Was sind LEDs überhaupt?

Die Bezeichnung LED kommt aus dem englischen und bedeutet übersetzt „Licht ausstrahlende Diode“. Es sind also kleine elektronische Bauelemente, die Licht ausstrahlen. Ich will hier nicht weiter auf die Technik eingehen. Wer es genau wissen will, kann bei Wikipedia nachlesen.

LED-Leuchtmittel für das Wohnmobil bestehen häufig aus mehreren LEDs, die so angeordnet sind bzw. verbaut wurden, dass sie in vorhandene Halterungen für die bisherigen Standardleuchtmittel passen.

Letztlich sind LEDs besser für die Umwelt. Sie haben eine wesentlich höhere Lebensdauer als Glühlampen und Halogen- sowie Energielampen. Auch enthalten Sie keine giftigen Stoffe wie Quecksilber. Der bessere Wirkungsgrad und die damit verbundene Energieeinsparung sorgt für weniger CO2-Ausstoß.

Warum solltest du auf LED umstellen?

Bei gleicher Lichtausbeute benötigt eine LED bis zu 90% weniger Energie als ein vergleichbares, herkömmliches Leuchtmittel. Das war für mich der Hauptgrund, auf LED umzustellen. Wir können so wesentlich länger mit dem Wohnmobil autark stehen. Aus diesem Grund findet man in neuen Wohnmobilen heute fast ausschließlich LED-Leuchten.

Die Umstellung ist außerdem einfach. Wenn du die wichtigsten Dinge beachtest, die ich weiter unten zusammengefasst habe, dann ist eine Umstellung in 30 bis 60 Minuten erledigt. Große handwerkliche Fähigkeiten brauchst du dazu nicht. Du musst einen Schraubendreher und einen Zollstock oder ein Maßband bedienen können. Das schafft jeder, oder?

Überholte Vorurteile gegen LEDs

In Gesprächen mit anderen Campern höre ich immer mal wieder Vorurteile gegen LEDs, die so schon lange nicht mehr gelten. Sie stammen aus der Anfangszeit, als die Technologie neu war. Mittlerweile stimmen diese nicht mehr bzw. kommen diese aus Unwissen zustande, weil die Hintergrundinformationen fehlen.

1. LEDs strahlen ein grelles, kaltes Licht aus

Es gibt Leuchtdioden, die ein grelles, kaltes Licht ausstrahlen. Aber es gibt mittlerweile auch viele Dioden, die ein warmes Licht ausstrahlen.

2. LEDs brennen ständig durch oder flackern

Das ist bei Wohnmobilen häufiger ein Problem. Meisten wurde da einfach am falschen Ende gespart und LEDs gekauft, die ausschließlich für den 12 Volt Betrieb geeignet sind.

Geregelte und ungeregelte LEDs

In einem Wohnmobil versorgt entweder die Batterie die Lampen mit Strom oder sie werden direkt durch den Landstrom über den Elektroblock mit Strom versorgt. Dabei variiert die Spannung einer Batterie zwischen 10,5 Volt (dann ist sie ziemlich leer) und 14 Volt, wenn die Batterie richtig voll ist. Wenn zum Beispiel per Solar geladen wird, kann die Spannung sogar bis zu 14,6 Volt betragen. Besonders preiswerte LEDs sind für 12 Volt ausgelegt und fangen bei weniger oder mehr Spannung an zu flackern. Sie haben eine geringere Lebensdauer und brennen schnell durch. Wenn du solche LEDs benutzt und am Landstrom hängst oder deine Batterien sehr voll sind, dann werden die LEDs schnell kaputt gehen.

Daher solltest du beim Kauf darauf achten, dass die LEDs für Spannungen zwischen 10,5 und 14,6 Volt ausgelegt sind.

Warmweiß, Kaltweiß, Kelvin, Lumen, Watt ist das alles?

Bei der ollen Glühlampe – im Volksmund Glühbirne – war noch alles einfach. 100 oder 120 Watt musste sie haben, dann war sie ziemlich hell. Das Licht war warm und nicht so kalt und steril wie das einer Halogenröhre wie zum Beispiel im Büro. Bei den LEDs macht es uns die Industrie nicht ganz so einfach. Ich möchte dir die wichtigsten Dinge kurz erklären, damit du dich auskennst und weißt, was du kaufen solltest.

Farbtemperatur in Kelvin

Bei LEDs wird die Farbtemperatur in Kelvin angeben. Ihr könnt an diesem Wert ablesen, ob die LED eher gelb oder eher blau leuchtet. Gelbliches LED Licht wird oft auch als warmweiß bezeichnet und liegt zwischen 2.700 und 3.300 Kelvin. Das bläuliche Licht wird als kaltweiß bezeichnet und liegt zwischen 3.300 und 5.300 Kelvin. Sehr starke LEDs können sogar Werte über 5.300 Kelvin erreichen.

Für den Bad- und Küchenbereich ist neutral weißes Licht sinnvoll. Denn hier geht es darum, Farben zu sehen, wie sie sind. 3.300 bis 5.300 Kelvin sind hier eine sinnvolle Farbtemperatur.

Für den Wohn- und Schlafbereiche solltest du eher warmweiß leuchtende LEDs verwenden. Das entspricht dem Licht bei Sonnenuntergang. Es enthält viele Rottöne – was uns entspannt.

LED-Lichtleiste eingebaut in einem Wohnwagen

LED-Lichtleisten mit warmweißem Licht können schön als Stimmungslichter in einem Wohnwagen eingebaut werden.

Wenn du auch mal im Wohnmobil arbeiten möchtest, kann dort eine LED mit über 5.300 Kelvin sinnvoll sein. Das entspricht Tageslicht und hilft dir, dich am besten zu konzentrieren.

Lumen und Watt

Lumen gibt den Lichtstrom eines Leuchtmittels an. Dieser Wert sagt dir, wie hell eine LED ist. Watt wurde als Wert für normale Glühlampen benutzt. Du kannst Watt in Lumen umrechnen, in dem du Watt mit 10 multiplizierst. Eine 60 Watt Glühbirne kannst du mit einer LED mit 600 Lumen ersetzen. Das ist nur eine grobe Formel, reicht aber im Normalfall aus.

Bauart, Fassung und Sockel

Ein letztes, wichtiges Thema habe ich noch, danach bist du LED Profi. Glühbirnen, Halogen-Leuchtmittel und andere Leuchtmittel werden in einen Sockel gedreht oder gesteckt. Diese Sockel und Aufnahmen haben verschiedene, genormte Größen. Es gibt auf Wikipedia eine wirklich tolle Übersicht der einzelnen Sockel, weshalb wir hier darauf verzichten, alle aufzulisten. Hier gehts zur Liste.

 

Du siehst, es ist gar nicht so schwer mit den richtigen Hintergrundinformationen innerhalb kürzester Zeit bis zu 90% Strom zu sparen.

Solltest du doch noch Fragen zur Umstellung haben, hinterlasse mir einen Kommentar. Ich antworte gerne darauf und helfe Dir beim Stromsparen.

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Technikverliebter Nerd, der mit Frau, Hund und Gasgrill seit 2015 im Wohnmobil lebt – derzeit in einem Clou Liner. Im Winter im Süden, im Sommer im Norden, als digitaler Nomade immer auf Reisen.

Lieblingsspots: Am Wasser.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Hallo Sebastian!
    Ich habe unseren Ducato jetzt auf LED umgerüstet und es hat alles wunderbar funktioniert.
    Vielen Dank für Deine ausführlichen und sehr gut verständlichen Infos.
    Nette Grüße sendet
    Gunnar

    1. Vielen Dank, lieber Gunnar! Ich weiß nicht, ob Sebastian deinen Kommentar heute schon gesehen hatte, aber ich gebe das Lob gerne gleich weiter 🙂 Liebe Grüße! Nele

  2. Das sind sehr tolle hilfreiche Informationen. Wir wollen im nächsten Jahr uns auch einen Wohnwagen anschaffen.

    Lg Martin

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