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Unfall mit Wohnmobil und Wohnwagen – was nun?

Unfall mit Wohnmobil und Wohnwagen – was nun?

Vermutlich bist du mit deinem Wohnmobil oder Wohnwagen nicht allzu häufig auf der Straße unterwegs, sodass dem ein oder anderen eventuell auch etwas die Fahrpraxis fehlt. Die beachtliche Größe und Länge im Vergleich zum PKW sorgen für ein deutlich anderes Fahrverhalten. Kurz nicht aufgepasst, ein plötzliches Manöver anderer Verkehrsteilnehmer, ein unerkanntes Stauende – ein Unfall ist schnell passiert. Dabei gibt es nicht immer gleich Verletzte und Tote, häufig haben die Beteiligten Glück im Unglück und es entsteht “nur“ ein Blechschaden. Aber: Schreck, man weiss nicht immer sofort, was zu tun ist.

Um Unfälle zu vermeiden, ist es vor Reisebeginn ratsam, sich mit der ungewohnten Größe vertraut zu machen und auch die Ladung fachgerecht zu sichern. Hier geht es zu den ausführlichen Artikeln rund um die Beladung von Wohnwagen und Wohnmobil.

Auch bei einem Unfall solltest du die Lage trotz Schockstarre richtig händeln können – wir geben dir hier in unserem Beitrag nützliche Tipps, wie du in einer solchen stressigen Situation am besten vorgehst. Auch in punkto Versicherung gilt es, den einen oder anderen Punkt zu beachten. Gemeinsam mit unseren Themenpartnern der RMV Reisemobilversicherung haben wir die wichtigsten Informationen für dich zusammengestellt.

Was versteht man unter einem Unfall?

Ein Unfall beschreibt ein unerwartetes und plötzliches Ereignis, bei dem der/die Beteiligte(n) unfreiwillig verletzt werden, getötet werden oder ein Fahrzeug oder eine Sache unbeabsichtigt beschädigt wird. Im Falle einer verletzten Person spricht man von einem Personenschaden, die Beschädigung einer Sache wird als Sachschaden betitelt.

Wie verhalte ich mich als Geschädigter nach einem Unfall?

Im Falle eines Unfalles ist es besonders wichtig, dass du ruhig bleibst und einen kühlen Kopf bewahrst. Atme erst einmal tief durch und sammel dich, auch wenn es schwer fällt – Hektik und unkontrolliertes Handeln hilft niemandem weiter.

1. Sichere die Unfallstelle ab

Um die Unfallstelle abzusichern und andere Verkehrsteilnehmer zu warnen, gilt es zügig nach dem Unfallereignis die Warnblickanlage am Fahrzeug zu aktivieren, eine Warnweste anzuziehen und das Warndreieck 100 Meter vor der Unfallstelle aufzubauen. Dabei ist aber oberste Vorsicht geboten und der vorbeifahrende Verkehr sollte stets im Auge gehalten werden. Nicht gerade selten kommt es beim Absichern der Unfallstelle zu Personenschäden und Folgeunfällen.
Je nach Verkehrslage und Unfallschwere solltest du schauen, ob du den Verkehrsfluss schnellstmöglich wieder herstellen kannst.

2. Verständige den Notruf und leiste erste Hilfe

Informiere je nach Schwere des Unfalles den Rettungsdienst (112) und kümmere dich bis zum Eintreffen des Notarztes um die Unfallteilnehmer. Auch wenn es sich um einen reinen Blechschaden handelt und die Frage der Schuld zwischen den Beteiligten geklärt ist, ist es dennoch ratsam die Polizei (110) einzuschalten, die den Unfall aufnimmt. So gehst du auf Nummer sicher und vermeidest mögliche Unklarheiten bei der Schadensabwicklung mit der Versicherung.

3. Sorge für Beweise und halte so viel wie möglich fest

Fotografiere die Unfallstelle und den entstandenen Schaden und mache dir ein genaues Bild von dem Unfallhergang. So gehst du auf Nummer sicher und hast Material zur Schadensabwicklung bei deiner Versicherung. Es gibt Zeugen, die den Unfall beobachtet haben? Umso besser! Dann ist es sehr empfehlenswert Namen und Anschriften der Unfallzeugen zu notieren, falls es zum späteren Zeitpunkt zu Unklarheiten kommen sollte.

Wichtig: Achte darauf, dass keine*r der Beteiligten vor Eintreffen der Polizei den Unfallort verlässt.

Hinweis: Kind an Bord – Sitz austauschen

Warum solltest du den Kindersitz nach einem Unfall austauschen? Schon ab einer Aufprallgeschwindigkeit von ca. 10 km/h solltest du den Kindersitz austauschen, da Beschädigungen wie z.B. Haarrisse entstehen können, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Dadurch ist der Schutz bei einem erneuten Aufprall nicht mehr gewährleistet. Wenn du dir unsicher bist, empfiehlt es sich vor der Neuanschaffung den Kindersitzhersteller zu kontaktieren – dort wirst du sicherlich gerne beraten.

Welche Verpflichtungen habe ich als Verursacher eines Unfalles?

Auch für den Unfallverursacher gelten die zuvor genannten Punkte – natürlich spielt auch immer die Schwere des Unfalles eine Rolle. So ist klar, dass du als Schwerstverletzter nicht in der Lage bist die Unfallstelle abzusichern. Dies übernehmen dann im besten Fall die Ersthelfer.

Anschließend ist der Schaden schnellstmöglich deiner Versicherung zu melden. Am besten du informierst deine Versicherung direkt am Tag des Unfalls oder am Folgetag telefonisch – dann erhältst du auch Infos zur weiteren Vorgehensweise.

Mit der eigentlichen Arbeit beginnt dein Versicherer jedoch erst, wenn du den Schaden auch schriftlich gemeldet hast. Da der Unfall und der dabei entstandene Schaden genauestens unter die Lupe genommen wird, kann es etwas Zeit in Anspruch nehmen bis feststeht, ob es zu einer Schadensregulierung kommt.

Eventuell ist es auch ratsam, einen Anwalt für Verkehrsrecht hinzuzuziehen.

Unfall mit Fahrerflucht

Ab wann spricht man von Fahrer- bzw. Unfallflucht?

All diejenigen, die am Unfall beteiligt waren, müssen ihre Kontaktdaten zur Verfügung stellen und solange vor Ort bleiben bis die Daten aufgenommen wurden. Solltest du das nicht tun, machst du dich unter Umständen wegen Unfallflucht strafbar.

Welche Strafen stehen auf Unfallflucht?

Ob und in welcher Höhe eine Geld- oder Freiheitsstrafe verhängt wird, hängt davon ab, ob man die Unfallstelle nach einem Blechschaden oder nach einem Personenschaden unerlaubt verlassen hat.

Wie verhalte ich mich, wenn mein Unfallgegner sich vom Unfallort entfernt?

Ganz wichtig: Informiere als erstes die Polizei und fotografiere den entstandenen Schaden und den Ort. Vergewissere dich zudem, ob eventuell Zeugen den Unfall beobachtet haben.

Welche Versicherung zahlt bei Unfallflucht?

Für den Fall, dass der Verursacher ausfindig gemacht wird, muss er auch für den Schaden haften. In den meisten Fällen kommt die Versicherung des Verursachers nicht dafür auf. Wenn der Beteiligte unbekannt bleibt, solltest du klären, ob deine Kaskoversicherung den Schaden übernimmt.

Wen muss ich bei einem Unfall informieren?

Polizei

Zur Unfallaufnahme, auch bei einem leichten Aufprall, ist es ratsam die Polizei zu verständigen. Besonders aber, wenn es sich um einen großen Sach- oder gar einen Personenschaden handelt oder sich die Schuldfrage unter den Beteiligten nicht klären lässt.

Rettungsdienst

Gibt es Verletzte, muss du auf jeden Fall den Rettungsdienst unter 112 verständigen.

Versicherung

Als Unfallverursacher stehst du in der Pflicht, deine Versicherung zu informieren, als Geschädigter musst du dies nicht tun. Wenn die Schuldfrage jedoch nicht eindeutig geklärt ist, solltest du dich bei deiner Versicherung auf jeden Fall nach dem weiteren Procedere erkundigen.

Bank / Leasinggeber

Falls dein Fahrzeug geleast oder finanziert ist, musst du den Schaden auch deiner Bank oder dem Leasinggeber melden – unabhängig von der Schwere des Schadens oder der Schuldfrage. Anschließend wird über die weitere Vorgehensweise entschieden.

Welche Versicherung zahlt bei einem Unfall?

Für Schäden und mögliche Schadenersatzforderungen des Unfallgegners kommt in der Regel die Haftpflicht­versicherung des Unfallverursachers auf. Schäden am Auto des Verursachers werden über die Teilkasko oder Vollkasko abgewickelt – insofern die Bedingungen erfüllt sind.

Unfall bei der Versicherung melden

Wann muss meine Versicherung über den Unfall informieren?

Je eher desto besser. Am besten du sorgst dafür, dass der Schaden deiner Versicherung sofort nach dem Unfall telefonisch und schriftlich gemeldet wird. Es besteht eine Informationspflicht – näheres dazu findest du meist auch in deinen Versicherungsbedingungen.

Welche Daten und Dokumente benötigt die Versicherung?

Hier gilt: Je mehr Daten und Dokumente, desto besser. Die Schadensmeldung sollte aber auf jeden Fall folgende Infos umfassen:

  • Vollständige Kontaktdaten des Versicherungsnehmers sowie dem Schadenverursacher (Anschrift, Telefonnummer, Kennzeichen, evt. E-Mail Adresse)
  • Versicherungsnummer
  • eine kurze, jedoch präzise Beschreibung der Schadensart und des Schadenhergangs inkl. Zeitangabe und Ort
  • Anlage: Nachweise, Fotos/Videos, ggf. Zeugenaussagen

Wie viel steigt die Versicherung nach einem Unfall?

Nach einem abgeschlossenen Schadensfall kann es sein, dass du als Unfallverursacher von deinem Versicherer für das darauffolgende Versicherungsjahr in eine schlechtere SF-Klasse zurückgestuft wirst. Wenn es sich um einen kleinen Schaden mit überschaubaren Kosten handelt, solltest du dir daher überlegen, ob du die Kosten für die Reparatur selbst tragen möchtest, um damit eine Rückstufung zu vermeiden.

Warum wird bei einem Unfall ein Gutachter eingeschaltet?

Es kommt auch schon mal vor, dass ein Gutachter beauftragt wird, um die Höhe der anfallenden Reparaturkosten in Form eines Schadensgutachtens genauestens festzustellen. Dies ist in besonderen Fällen erforderlich, wenn der Sachverhalt noch eindeutig geklärt werden muss.

Wie lange dauert es, bis die Versicherung zahlt?

Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich und hängt von der Schwere des Unfalls sowie der generellen Bearbeitungszeit der Versicherung ab.

Warum muss ich ein Bußgeld bei einem Unfall zahlen?

Ob Bußgeld oder/und Punkte in Flensburg hängt von der Unfallursache ab und davon wer von den Beteiligten schuldig ist. Es kann aber auch zu einem Bußgeld kommen, wenn du als Beteiligter die Unfallstelle nicht absicherst oder bei Unfällen mit geringem Schaden dein Auto nicht an den Rand schaffst.

Auch bei leichten Verletzungen ab zum Arzt!

Selbst wenn du im ersten Schreck denkst, dass du den Aufprall unbeschadet überstanden hast, solltest du nach einem Unfall dringend und umgehend einen Arzt aufsuchen. Denn zum einen kann der Schock das Schmerzempfinden dämmen oder aussetzen, zum anderen gibt es Verletzungen, die sich erst später zeigen. Bei einem Schleudertrauma beispielsweise kann es ein, zwei Tage dauern, bis das volle Ausmaß deutlich wird.

Außerdem steht dir als Unfallgeschädigtem unter Umständen Schmerzensgeld zu. Dafür ist es ebenfalls wichtig, dass alle Verletzungen sehr zeitnah und umfassend dokumentiert werden.

Checkliste „Unfall“ zum Herunterladen

Unfallstelle sichern, Polizei und Versicherung verständigen, Daten mit dem Unfallgegner austauschen, Beweissicherung vornehmen: Damit du im Fall der Fälle alle wichtigen Infos und To Dos zur Hand hast, haben wir eine Checkliste erstellt, die du dir herunterladen und ausdrucken kannst. Klick dafür einfach auf das Vorschaubild oder auf diesen Link:

Checkliste Unfall

Zusätzlich empfehlen wir dir, einen Vordruck für ein umfassendes Unfallprotokoll bei deinem Versicherer anzufragen oder beim ADAC herunterzuladen und stets mitzuführen – am besten auch in der Sprache deines Reiselands und der Transitländer. So bist du auch in einer Stresssituation gut gewappnet und kannst einen kühlen Kopf bewahren.

Titelbild: (c) PinkBadger / Depositphotos.com
Checkliste: (c) CamperStyle.de

 

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