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URBAN RIGGER – Ein schwimmendes Containerdorf mit Grillplatz

URBAN RIGGER – Ein schwimmendes Containerdorf mit Grillplatz

Eine lange Schlange vor der Tür. Wohnungsbesichtigung mit fünfzig Leuten. Dann wieder eine Absage. Viele Menschen, die in großen Metropolen eine Bleibe suchen, kennen das. Vor allem Studenten. Hohe Mieten, alles verbaut, kein Platz. Doch dann hat Kim Loudrup, Gründer von URBAN RIGGER, eine Idee: Wie wäre es, Wohnraum auf dem Wasser anzubieten? In Häfen, auf Flüssen und Kanälen. Aus umgebauten Frachtcontainern wurden schließlich schwimmende Studentenbuden. Sonnenuntergang beim Lernen inklusive.

Ungefähr vier Millionen Betten für Studenten sollen bis 2025 in ganz Europa fehlen. Besonders schwierig ist die Lage in den Großstädten. Dazu zählt auch Kopenhagen als eines der teuersten Wohngebiete der Welt. Doch nicht jeder kann bei seinen Eltern hausen und die Areale rund um die Unis sind oft schon so dicht besiedelt, dass sich nicht mal bei bestem Willen Platz findet, bezahlbare Flächen zu schaffen. „Da hatte ich die Idee, ein schwimmendes Wohnraumsystem auf dem Wasser zu schaffen in einer attraktiven und geographisch noch kaum genutzten Nische“, erinnert sich Kim Loudrup.

Alternatives Wohnkonzept URBAN RIGGER nutzt Frachtcontainer neu

Gemeinsam mit dem Architekten Bjarke Ingels entwickelte er daraufhin in Dänemark die Umnutzung alter Frachtcontainer zu Appartements, die miteinander verbunden ein ganzes Dorf bilden, das sogar nachhaltig unterhalten werden kann. Standardmäßig ist ein URBAN RIGGER Dorf rund 680 m² groß mit 300 m² reiner Wohnfläche. Die Größe der einzelnen Parzellen variiert zwischen 23 und 27 m². Hinzu kommen 160 m² Gemeinschaftsfläche wie ein grüner Innenhof, eine Anlegestelle für Kajaks oder ein Grill-Bereich.

Auf den Dächern ist noch Platz für 65 m² Gemeinschaftsterrasse und unter der Wasseroberfläche befinden sich 230 m² Kellerräume für Technik, Wäscherei und Lagerfläche. Die Anzahl der Container kann natürlich je nach Bedarf und Raum verändert werden, ohne dass gleich der Bagger anrollen muss. Und futuristisch schön sieht das Ganze auch noch aus – im Gegensatz zu so manchem Plattenbau, der als marode Studentenunterkunft herhalten muss.

Nachhaltiges und mobiles Leben auf dem Wasser

Und wenn man schon mal auf dem Wasser ist, kann man ja auch gleich die Energie nutzen, die es liefert. Loudrup und Ingels entwickelten daher ein Wasserkraftwerk zur Gewinnung von Wärme. Es soll ja gerade in Kopenhagen auch nicht immer so sommerlich sein, dass man das gesamte Jahr über BBQ-Partys feiern kann – selbst im schicken Grill-Bereich. Das Ganze ist so effizient, dass es in den Wohnungen sogar Fußbodenheizungen gibt. Zusätzlich sind aber auch noch Solarpaneele vorhanden, die ein paar Sonnenstrahlen abfangen und Strom liefern. Bei URBAN RIGGER kommt einfach nichts weg. Um die natürliche Energie auch zu transportieren und Trinkwasser, Abwasser oder Wärme an die richtigen Stellen zu befördern, sind besonders umweltfreundliche Pumpen verbaut.

„Die jungen Menschen, die an die Unis strömen, sind dieselben Menschen, die vor beispiellosen Herausforderungen globaler Veränderungen stehen“, erklärt Architekt Bjarke Ingels seine Motivation. „Daher ist es unglaublich wichtig, diesen Leuten zentrale, nachhaltige und bezahlbare Unterkünfte zu bieten.“

Das Unternehmen URBAN RIGGER

URBAN RIGGER wurde 2013 gegründet mit dem Anspruch, die Wohnungsnot vieler Studenten in Kopenhagen zu lindern. Aber auch Flüchtlinge und andere Menschen, die dringend eine Bleibe suchen, sollen davon profitieren. „Wir wollen beweisen, dass es möglich ist, eine Balance zwischen Idealismus und einer stichhaltigen Geschäftsidee zu finden“, sagt Kim Loudrup. URBAN RIGGER ist aus einer privaten Initiative heraus gestartet. Das erste schwimmende Dorf wurde 2016 in Kopenhagen ausgeliefert. URBAN RIGGER bietet das modulare Wohnsystem weltweit für Häfen, Flüsse und Kanäle an und ist offen für neue Orte, an denen genügend Platz ist für die Zukunft.
Übrigens: Wenn es nicht gleich ein komplettes Wohnhaus auf dem Wasser sein muss, empfehlen wir erst einmal ein schwimmendes Zelt für den Anfang.

Fotos (c): Urbanrigger.com

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War schon immer eher Pippi Langstrumpf als Annika. Arbeitet als freie Texterin und Fotografin bei Zeilenaufbruch und liebt Roadtrips überall auf der Welt.

Lieblingsspots: USA und Südeuropa.

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