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Urlaub ohne Strafzettel – Die wichtigsten Verkehrsregeln unserer Nachbarländer

Urlaub ohne Strafzettel – Die wichtigsten Verkehrsregeln unserer Nachbarländer

Reisen im Sommer 2020 heißt Reisen unter Corona-Bedingungen. Viele Deutsche planen um und starten statt mit dem Flugzeug mit dem eigenen Auto in den Urlaub. Hier ist die Ansteckungsgefahr gleich Null und die Rückreise ist auch garantiert. Aber Vorsicht: Unsere Nachbarländer haben oft andere Verkehrsregeln und vor allem Tempolimits! Bevor du einen Teil deiner Urlaubskasse für Strafzettel ausgeben musst, haben wir dir hier die wichtigsten Regeln zusammengefasst:

 

Dänemark – immer der Margerite nach

In Dänemark gilt die Lichtpflicht auch am Tag. Eine Kette weißer Dreiecke auf der Fahrbahn bedeuten „Vorfahrt gewähren“ und das Parken innerhalb von 10 m (!) vor und hinter einer Kreuzung schlägt mit mindestens 70€ zu Buche. Tipp: Achte auf die rechteckigen Verkehrsschilder, die eine Margerite auf braunem Hintergrund zeigen. Diese verweisen auf die Margeriten-Route, eine ca. 3500 km lange Touristenroute zu den wichtigsten Touristenattraktionen des Landes.

 

Niederlande – Aus Grün wird Rot

Die Niederlande ist das Land der „Fietsen“, also der Fahrradfahrer. Diese haben gefühlt überall Vorrang, können jedoch auf ein vorbildliches Fahrradwegenetz zugreifen. Auf der Autobahn gilt zwischen 6:00 Uhr und 19:00 Uhr ein Tempolimit von 100km/h, außerhalb dieses Zeitfensters sind 130 km/h erlaubt. Innerorts solltest du auf farblich markierte Bordsteinkanten achten. Gelb bedeutet absolutes Parkverbot, bei blauer Markierung darf mit Parkscheibe geparkt werden. Auch hier wird die Vorfahrt mittels weißer Dreiecke auf dem Boden angezeigt. Gewöhnungsbedürftig für deutsche Autofahrer: Ampeln haben kein Gelbphase und schalten von Rot direkt auf Grün um.

 

Belgien – Rauchen verboten

Auf Belgiens Autobahnen gilt für PKWs ein Tempolimit von 120km/h, für Wohnwagen und Gespanne über 3,5t von 90km/h. Bei einem Verkehrsverstoß kann die Polizei von dem Betroffenen eine Sicherheitsleistung in Höhe der Geldbuße plus Verfahrenskosten verlangen. Je nach Ausgang des belgischen Bußgeldverfahrens wird diese dann später erstattet bzw. abgerechnet. Die Gesundheit von Kindern unter 16 wird hier besonders geschützt: Rauchen mit Minderjährigen an Bord kann bis zu 130€ kosten.

 

Luxemburg – Kindersitze für alle unter 1,50m

Wenn du hier auf steilen Bergstraßen unterwegs bist, musst du dem entgegenkommenden Fahrzeug Vorfahrt gewähren, wenn du bergabwärts fährst. In Tunneln sind 5 Meter Mindestabstand obligatorisch. Achtung: In Luxemburg herrscht für alle Kinder unter 1,50 Meter Kindersitzpflicht und zwar unabhängig vom Alter!

 

Frankreich – nicht ohne Umweltplakette

Seit 2017 gibt es in Frankreich ausgewiesene Umweltzonen, für die alle Fahrzeuge eine sogenannte Crit’Air Vignette (offiziell „certificat qualité de l’air“) benötigen. Am besten, du recherchierst vor Reiseantritt, welche Plakette an deinem Zielort und für deine Fahrzeugkategorie die Richtige ist. Auf der Seite des ADAC kannst du sie auch direkt online bestellen.

 

Schweiz – Autobahngebühr nach Fahrzeuggewicht

Bei schweren Verkehrsverstößen, Alkoholdelikten und Geschwindigkeitsüberschreitungen sind die Schweizer besonders streng: Es werden hohe Bußgelder erhoben, die von Ausländern sofort beglichen werden müssen. Sofern der Täter oder die Täterin dadurch von der Begehung weiterer Delikte abgehalten werden kann die Polizei das Fahrzeug sogar einziehen und verwerten. Besonders wichtig für Wohnmobil-Reisende: Schweizer Straßen sind gebührenpflichtig und die Höhe der Gebühr hängt vom Gewicht des Fahrzeugs ab. Informiere dich also besser bereits vor der Einreise, welche Vignette du für dein Fahrzeug brauchst.

 

Österreich – Vignette und „Lufthunderter“

Auch auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen benötigst du eine Vignette bzw. eine sogenannte „GO-Box“ für Wohnmobile.  Es gilt ein generelles Tempolimit von 130 km/h, aber Vorsicht: Auf der beliebten Inntalautobahn und dem Brenner wurde vor einigen Jahren der „Lufthunderter“ eingeführt! Für die Verbesserung der Luftqualität ist hier bei 100km/h Schluss und bei Nichtbeachtung können empfindliche Geldstrafen auf dich zukommen, da das Bußgeld nach dem Immissionsschutzgesetz Luft berechnet wird. Also: Fuß vom Gas – für die Umwelt und die Urlaubskasse!

 

Italien – gesperrte Strecken für Camper

Wer seinen Führerschein während des gesamten Urlaubs behalten will, sollte hier beim Telefonieren mit dem Handy auf jeden Fall die Freisprechvorrichtung benutzen. Die Carabinieri greifen knallhart durch, hohe Geldstrafen und der sofortige Entzug des Führerscheins drohen. Du bist mit dem Camper unterwegs? Dann solltest du dich unbedingt vor Reiseantritt über eventuelle Fahrverbote informieren. So dürfen zum Beispiel an der Amalfi-Küste auf der SS 163 südlich von Neapel keine Gespanne mehr fahren, auf manchen Strecken sind Caravans und kleine Busse im Sommer verboten.

 

Polen – Parken mit Standlicht

In Polen gelten besondere Regeln in der Dunkelheit: Es darf nur mit Standlicht geparkt werden und es gelten besondere Parkverbote bei Bus/Straßenbahnhaltestellen sowie 10 m vor Fußgängerüberwegen. Auf Landstraßen achte bitte auf langsam fahrende, unzureichend beleuchtete Fahrzeuge (Pferdefuhrwerk, Traktor etc.)

 

Tschechien – Vorsicht bei Bahnübergängen

Besonders erwähnenswert in Tschechien ist die Geschwindigkeitsbegrenzung ab 50m vor Bahnübergängen. Diese beträgt 30km/h. Ansonsten gilt auch hier die 24-stündige Lichtpflicht. Durchgehenden gelbe Streifen am Fahrbahnrand signalisieren absolutes Parkverbot, bei unterbrochenen gelben Linien gelten Beschränkungen.

 

Slowenien – Stopp bei Rückstau

Die Lichtpflicht am Tage gilt auch in Slowenien. Im Stadtverkehr gibt es einige Besonderheiten: So dürfen Schul- und Kinderbusse grundsätzlich nicht überholt werden, auch wenn sie gerade zum Ein- oder Aussteigen halten. Bildet sich an der Ampel ein Rückstau, solltest du nicht in die Kreuzung einfahren. Dies wird mit empfindlich hohen Bußgeldern geahndet.

 

Kroatien – Vorsicht vor Minenfeldern

Wie Polen legt auch Kroatien erhöhten Wert auf Licht: Reisende müssen immer ein Set an Ersatz-Autolampen/Kfz-Glühbirnen mitführen. Besondere Vorsicht ist in Ost- und Westslawonien, sowie im westlichen und südwestlichen Grenzgebiet zu Bosnien und Herzegowina geboten: Es besteht noch immer Gefahr durch Minen. Bekannte Minenfelder sind durch dreieckige Schilder mit Warnaufdrucken gekennzeichnet. Also besser nicht von den befestigten Straßen und Wegen abweichen!

 

Quellen: www.ergoreiseversicherung.de | www.avd.de |www.adac.de

Foto: (c) Portumen / Depositphotos.com

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