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Verkehrsregeln in der Schweiz: Tempolimit, Autobahngebühren, Besonderheiten für Autofahrer und Camper

Verkehrsregeln in der Schweiz: Tempolimit, Autobahngebühren, Besonderheiten für Autofahrer und Camper

Wenn du zum Wandern in die Berge möchtest, tolle Skigebiete suchst oder dich von Schokolade und Wein verwöhnen lassen möchtest, dann solltest du beim Reiseziel Schweiz aufhorchen. Denn all diese Glücklichmacher vereint unser südwestliches Nachbarland. Dass das Land mit den Kantonen nicht gerade zu den günstigsten Ländern zählt, ist weithin bekannt. Aber nicht nur aus diesem Grunde solltest du ein besonderes Augenmerk auf die Verkehrsregeln in der Schweiz legen, sondern auch zu deiner eigenen Sicherheit.

Aber welche Verkehrsregeln gelten es eigentlich in der Schweiz, welches Tempolimit gilt es zu beachten und wie sieht es mit Maut und Warnwestenpflicht aus? Im Folgenden gebe ich dir einen Einblick zum Autofahren in der Schweiz – selbstverständlich beziehe ich auch Wohnwagen und Wohnmobile ein.

Tempolimit in der Schweiz

Auch in der Schweiz gibt es Tempolimits und diese sollten auch eingehalten werden, sonst kann es richtig teuer werden. Wie schnell darf ich in der Schweiz fahren? Hier findest du eine Übersicht:

Höchstgeschwindigkeit in der Schweiz für Autos und Wohnmobile bis 3,5 t

  • Innerorts 50 km/h
  • Außerorts 80 km/h
  • Schnellstraßen: 100 km/h
  • Autobahnen: 120 km/h

Tempolimit in der Schweiz für Wohnmobile über 3,5 t bis 7,5 t

  • Innerorts 50 km/h
  • Außerorts 80 km/h
  • Schnellstraßen: 100 km/h
  • Autobahnen: 100 km/h

Höchstgeschwindigkeit in der Schweiz für Wohnwagen-Gespann bis 3,5 t

  • Innerorts 50 km/h
  • Außerorts 80 km/h
  • Schnellstraßen: 80 km/h
  • Autobahnen: 80 km/h

▶▶ Gut zu wissen: Es heißt, dass Gespanne ab dem 1. Januar 2021 mit bis zu 100 km/h auf Autobahnen unterwegs sein dürfen, sofern das Zugfahrzeug sowie der Anhänger für 100km/h zugelassen sind. Das Tempolimit in der Schweiz wird also angepasst.

▶▶ Beim Abschleppvorgang gilt ein Tempolimit von 40 km/h in der Schweiz.

Parken in der Schweiz

Nicht nur beim Fahren, sondern auch beim Parken gibt es in der Schweiz besondere Regelungen. Die wichtigsten stelle ich dir hier vor:

  • Gelbe Markierung mit Kreuzen am Fahrbahnrand bedeuten Parkverbot.
  • Gelbe Linien am Fahrbahnrand bedeuten Halteverbot.
  • Generell gilt ein Parkverbot auf Hauptstraßen außerhalb von Ortschaften.
  • In der Regel ist das Parken in der Schweiz auf öffentlichen Parkplätzen kostenpflichtig, dabei werden verschiedene Zonen unterschieden.
  • Gelbe Zonen sind Privatparkplätze, können aber Kundenparkplätze von Firmen sein.
  • Blaue Zonen sind kostenlos, jedoch zeitlich begrenzt und nur mit (blauer) Parkscheibe. Die Dauer der Parkzeit ist dem Schild zu entnehmen. In der Regel ist es werktags tagsüber eine Stunde.
  • Weiße Zonen sind gebührenpflichtig und die Gebühr ist an einem Parkautomaten zu entrichten.
  • Rote Zonen sind ebenfalls meist beschildert, hier ist das Parken kostenlos mit Parkscheibe bis zu 15 Stunden erlaubt.

Maut in der Schweiz

Auch in der Schweiz ist die Maut ein wichtiges Thema, denn die Autobahnen und autobahnähnlichen Verkehrsstraßen und Nationalstraßen in der Schweiz sind mautpflichtig. Die Höhe der Mautkosten hängt vom Fahrzeuggewicht ab. Mautstraßen sind an der weiß-grünen Beschilderung zu erkennen. Wichtig zu wissen: In Alpentunneln und auf Pässen sind weitere Kosten und Einschränkungen möglich. Dazu zählt der Großer St. Bernhard-Tunnel und der Munt la Schera-Tunnel.

Maut in der Schweiz für Fahrzeuge bis 3,5 t zGG.

Die Maut wird für Autos und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen in Form einer Vignette bezahlt. Die Jahresplakette ist an diversen Tankstellen, Servicestellen und online zu bekommen. Die Kosten liegen bei 39 Euro bzw. 40 CHF, die Vignette gilt jeweils vom 1. Dezember des Vorjahres bis zum 31. Januar des Folgejahres.

▶▶ Wichtig zu wissen für Caravanfahrer: Wohnwagen bis zu 3,5 t zGG. benötigen eine eigene Vignette. Diese muss an einer Stelle des Anhängers angebracht werden, welche nicht auswechselbar ist.

Maut in der Schweiz für Fahrzeuge über 3,5 t zGG.

Fahrzeuge über 3,5 t zGG müssen in der Schweiz auf allen Straßen eine sogenannte Schwerverkehrsabgabe bezahlten. Zusätzlich sind einige Tunnels kostenpflichtig. Welche Bezahlmöglichkeiten du hast und weitere Einzelheiten findest du in unserem Beitrag „Maut und Vignetten in Europa„.

Die Schwerverkehrsabgabe in der Schweiz ist bei der Einreise am Schweizer Zollamt an der Grenze zu entrichten. Falls der Grenzübergang nicht besetzt ist, beachte die dort angebrachten Hinweisschilder. In der Regel musst du eine kostenlose Hotline anrufen, wo dir Verkaufsstellen in der Nähe genannt werden. Die Kosten der Schwerverkehrsabgabe sind abhängig von der Aufenthaltsdauer in der Schweiz. Pro Tag kannst du mit 3,25 CHF rechnen, wobei die Mindestgebühr bei 25 CHF liegt und die Höchstgebühr bei 58,50 CHF – wenn du maximal einen Monat im Land bleibst. Du bezahlst also mindestens 25 CHF und maximal 650 CHF – letzteres gilt für ein Jahr.

Hinweis: Wenn du ein Oldtimerfahrzeug mit über 3,5 t fährst, bist du von der Schwerlastabgabe befreit. Dazu muss das Fahrzeug in den Papieren als Oldtimer eingetragen sein.

Hier findest du eine Übersichtskarte mit mautpflichtigen Straßen in der Schweiz.

Abmessungen der Fahrzeuggröße

In der Schweiz gilt eine maximale Breite von 2,55 Metern für Anhänger/Wohnwagen (mit Ladung) und eine maximale Länge von 12 Metern (inklusive Deichsel). Das Gespann darf eine maximale Länge von 18,75 Metern nicht überschreiten. Ausnahmen sind nur nach Genehmigung möglich.

▶▶ Achtung, auf Passstraßen, Brücken oder Tunnels kann es Abweichungen bei den maximalen Fahrzeuglängen oder -breiten geben. Diese sind bitte jeweils der Beschilderung zu entnehmen!

Promillegrenze Schweiz

In der Schweiz herrscht eine Promillegrenze von 0,5. Für Fahranfänger gelten niedrigere Promillegrenzen. So liegt die Promillegrenze für Fahranfänger in der Schweiz bei 0,1, was für die ersten drei Jahre gilt.

Warnwesten in der Schweiz

Entgegen der Verkehrsregeln in Deutschland gehören ein Erste-Hilfe-Koffer und eine Warnweste in der Schweiz nicht zum Pflichtinventar. Eine Mitnahme wird jedoch zur eigenen Sicherheit empfohlen. Dagegen ist das Mitführen eines Warndreiecks in der Schweiz Pflicht. Und nicht nur das, es muss sogar jederzeit zugänglich sein. Also Achtung, nicht im Kofferraum transportieren!

Sommerreifen, Winterreifen und Schneeketten in der Schweiz

  • In der Schweiz gibt es keine generelle Winterreifenpflicht, jedoch sind diese aufgrund der Berge dringend zu empfehlen.
  • Die Nutzung von Schneeketten ist in der Schweiz erlaubt, sofern die Straße mit Schnee oder Eis bedeckt ist. Im Pflichtfall gibt eine Beschilderung an, dass Schneeketten genutzt werden müssen.
  • Spikes dürfen in der Schweiz von November bis April genutzt werden. Jedoch kann es regionale Abweichungen geben, diese sind dann jeweils ausgeschildert. Generell dürfen Spike-Reifen nicht auf Schnellstraßen und Autobahnen genutzt werden. Wenn Spikes verwendet werden, dann auf allen vier Rädern und mit einer Kennzeichnung am Heck.
  • Die Fahrzeug-Reifen müssen mindestens eine Profiltiefe von 1,6 mm haben. Für Winterreifen wird mindestens 4 mm empfohlen.

Notrufnummern in der Schweiz

Notrufnummern in der Schweiz:

  • Einheitliche Notfallnummer: 112
  • Polizei: 117
  • Feuerwehr: 118
  • Rettungswagen: 144
  • Rettungswacht: 1414
    ▶ vom Handy: Vorwahl von der Schweiz 0041 + Notrufnummer
  • ADAC Pannenhilfe: 0049 89 22 22 22

Fahren mit Kindern in der Schweiz

Kinder bis 12 Jahre und bis 1,50 Meter müssen in einen Kindersitz transportiert werden, der dem Gewicht und der Größe entspricht. Gut zu wissen ist, dass Kindersitze nach der Bestimmung des Landes gesichert sein müssen, wo das Fahrzeug zugelassen ist. Wenn du mit deinem eigenen deutschen Fahrzeug unterwegs bist, musst du dich also an die Sicherungsvorschriften in Deutschland halten.

Sonstige Verkehrsregeln in der Schweiz

  • In der Schweiz herrscht Anschnallpflicht.
  • Handy am Ohr und in der Hand (z.B. zum SMS schreiben) ist für den Fahrer während der Fahrt verboten und kann teuer werden.
  • Rückwärtsfahren in der Schweiz ist verboten. Ja, richtig gelesen! Du darfst nur rückwärtsfahren, wenn das Weiterfahren unmöglich ist, wie in einer Sackgasse oder nur wenige Meter wie zum Beispiel beim Parkvorgang nötig.
  • In der Schweiz musst du ganzjährig mit Abblendlicht oder alternativ mit Tagfahrlicht fahren.
  • Die Verwendung von Warngeräten für Blitzer ist verboten – auch solche, die in Navis eingebaut sind.
  • Auf Bergstraßen hat das Fahrzeug Vorfahrt, welches bergauf fährt.
  • Zusätzlich ist zu beachten, dass schwerere Fahrzeuge (unabhängig davon, ob sie bergauf oder bergab fahren) Vorfahrt vor leichteren Fahrzeugen haben.
  • Überhängende oder -stehende Ladung musst du gut sichtbar kennzeichnen. Achte dabei darauf, dass die Ladung die Sicht nicht beeinträchtigt und weder das Fahrzeug noch den Anhänger seitlich überragt. (Ausnahme sind Sportgeräteanhänger).
  • In der Schweiz ist ein Abreißseil / Sicherungsseil bei Wohnwagen (sowohl gebremst als auch ungebremst) vorgeschrieben. Hier findest du mehr zum Thema „Abreißseil„.
  • Schienenfahrzeuge haben innerhalb einer Ortschaft Vorfahrt.

Gut und wichtig zu wissen in der Schweiz!

  • Rot/Weiße Warntafeln sind bei Dach- oder Heckladung keine Pflicht.
  • Rauchen im Auto ist in der Schweiz ohne Bedingungen erlaubt.
  • In der Schweiz gibt es LKW-Fahrverbote für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Camper sind davon jedoch ausgenommen, sofern sie eine Zulassung als Wohnmobil im Fahrzeugschein haben.
  • Jedes Land hat seine eigenen speziellen Verkehrszeichen. Auch die Schweiz hat seine Besonderheiten. Hier findest du eine Übersicht mit allen gängigen Verkehrszeichen in der Schweiz.

Ich hoffe, diese Übersicht mit Verkehrsregeln in der Schweiz ist hilfreich für dich. Wie du siehst, gibt es in der Schweiz zwar im Großen und Ganzen sehr ähnliche Regelungen im Straßenverkehr wie bei uns Deutschland, dennoch ist die ein oder andere Info zum Fahren und zur Sicherheit dort sicher interessant zu wissen. Ich wünsche dir ein gutes und sicheres Wohnmobil- oder Autofahren in der Schweiz.

Alle Informationen sind Stand August 2020.

Titelbild: (c) ventdusud / Depositphotos.com

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