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Sprinter F-Cell: Der Wasserstoff-Camper von Mercedes – mit Vollgas lautlos in die Natur

Sprinter F-Cell: Der Wasserstoff-Camper von Mercedes – mit Vollgas lautlos in die Natur

Alternativ in Hippie-Hosen vor dem Lagerfeuer sitzen und Bob Dylan auf der Westerngitarre spielen, kann doch irgendwie fast jeder. Aber mit alternativer Energie im Tank zum Campen aufbrechen? Mercedes hat sich da etwas ausgedacht und mit dem Sprinter F-Cell ein Konzept für ein Wohnmobil entworfen, das mit Wasserstoff fährt. Die Konstruktion ist ein eSprinter von Daimler mit einer Wohnkabine von Hymer. Mit 412 Brennstoffzellen unter dem Hinterteil. Wo führt das hin?

Noch ist die ganze Idee nur eine Studie. Aber eine, die Mercedes bereits umgesetzt und in ein reales Fahrzeug verwandelt hat. Ein bisschen sieht das weiße Wohnmobil mit den blauen Streifen aus wie ein Polizeiwagen. Auf dem Campingplatz würde es vermutlich genauso viel Aufmerksamkeit bekommen. Die Brennstoffzelle, die 75 Kilowatt leistet, befindet sich unter der Motorhaube des Sprinter F-Cell. In drei Tanks können bis zu 4,5 Kilo Wasserstoff gespeichert werden. Das klingt jetzt erst einmal nach einer Menge Masse. Aber es reicht nur für 300 Kilometer. In den USA wäre man da noch nicht einmal am nächsten Supermarkt – in Deutschland würde es wenigstens mit einem Trip von Bielefeld bis in die Eifel klappen.

Reichweitenerhöhung des F-Cell auf 500 Kilometer

Also hat Mercedes einen weiteren, optionalen Tank für den F-Cell in der Hinterhand, der im Heckbereich des Wasserstoff-Campers montiert werden kann. Damit erhöht sich die Reichweite auf immerhin 500 Kilometer. Der Autobauer möchte beide Versionen anbieten. Für alle, die gern abends ankommen und für alle, die unterwegs unbedingt einmal brennstoff-frei liegenbleiben möchten. Doch dass es soweit kommt, ist nicht unbedingt nötig, denn das Wohnmobil ist die Wasserstoff-Version eines Plug-in-Hybriden. Mit einem Akku von 9,2 Kilowattstunden kommt man so auch ohne H2 noch wenigstens 30 Kilometer weit.

Ob das im Ernstfall reich, ist wiederum fraglich. Denn in ganz Deutschland gibt es momentan nur etwa 50 Wasserstoff-Tankstellen. Im kommenden Jahr sollen es 100 werden.
Doch andererseits gibt es auch eindeutige Vorteile: „Mit dieser Technologie kommt man als Camper emissionsfrei bis ins nächste Naturschutzgebiet“, heißt es bei Mercedes. Leise Sohlen statt blauer Dunst.
Zusätzlich für die Zukunft interessant ist, dass der Sprinter F-Cell als Reisemobil nicht nur Strom für den Antrieb benötigt, sondern auch für das Camperleben an sich. Dabei spielen natürlich unter anderem Licht und Kochen eine große Rolle. Weil vierzehn Tage kalte Sandwichs im Dunkeln eben nicht so viel Spaß machen.

Ist der alternative Antrieb des Wasserstoff-Campers eine Alternative?

Zu den Kosten für den Wasserstoff-Camper äußert sich Mercedes bisher noch nicht. Allerdings dürfte der Preis recht hoch sein.
Wer nicht gleich ein ganzes Wohnmobil braucht und sich lieber einen Van mit alternativem Antrieb ausbauen möchte, kann auf den batterieelektrischen eVito zurückgreifen. Ein eSprinter soll 2019 kommen. Beide Fahrzeuge schaffen nur 150 Kilometer. Aber ein Wochenende in Bielefeld kann ja auch ganz schön sein. So mit Westerngitarre und Bob Dylan.

Fotos (c): Daimler


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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare
  1. Was kann man machen um Mercedes zu motivieren dieses Wohnmobil zügig und günstig auf den Markt zu bringen? Viele Interessenten wären wahrscheinlich ein gutes Argument.
    Viele Grüße
    Roger

    1. Lieber Herbert, soweit uns bekannt ist, schweigt sich Daimler derzeit noch in punkto Kaufpreis aus. Falls wir aber in der Zukunft auf Informationen stoßen, werden wir diese hier ergänzen. Viele Grüße! Nele

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