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Vanlife mit Motorrad: der Weinsberg Carabus Outlaw

Vanlife mit Motorrad: der Weinsberg Carabus Outlaw

„Früher hatten wir nur ein Zelt und den alten Opel. Damit sind wir dann bis an den Gardasee“, sagt mein Opa. Heute gibt es die verrücktesten, kommerziellen Camper-Ausbauten mit Regenwalddusche, ausfahrbarer BBQ-Anlage und Garage für Motorräder. Ja, richtig. Wer einen auf Route 66 machen will aber es nicht so mit Regen oder dubiosen Motels hat, kann sich jetzt den Weinsberg Carabus 630 MEG Outlaw zulegen. Einen Van mit Raum für Bikes, Quads und Fahrräder. Warum große Freiheit und Klaustrophobie manchmal ganz nah beieinander liegen.

Der Weinsberg Carabus 630 MEG Outlaw basiert auf einem Fiat Ducato mit Superhochdach. Einem der Klassiker, wenn es um den Umbau eines Vans geht. Der Clou: Neben Bad, Küche, Schlafraum und Dinette gibt es eine 4.500 Liter fassende Heckgarage für (fast) alles, was zwei Räder hat. Das klingt erst einmal eher nach riesenhaftem Luxus-Wohnmobil als nach Vanlife.

Großzügige Maße im Camper-Van

Mit seinen 6,36 Metern Gesamtlänge ist der Outlaw sicher kein unauffälliger Kastenwagen, den man mal eben über Nacht freistehend parkt, ohne an entsprechenden Stellen Aufmerksamkeit zu erregen. Außen ist er 2,05 Meter breit und 2,82 Meter hoch. Innen bleiben davon 1,87 Meter Breite und 2,18 Meter Höhe. Die meisten Camper können so aufrecht stehen und sogar längs schlafen. Außer Dirk Nowitzki.

Das fahrbereite Fahrzeug hat einen 120 PS starken Motor und wiegt etwa drei Tonnen. Zulässige Gesamtmasse ist 3,5 Tonnen. 2,5 Tonnen dürft ihr hinten anhängen. Da bleiben 500 Kilo Spielraum an Zuladung im Inneren. Schön und gut, wenn man nur ein bisschen Besteck und Kleidung hat. Doch wenn man wirklich zwei Motorräder ins Heck laden möchte, sind die 500 Kilo so schnell aufgebraucht wie das Freigepäck bei Ryanair. „Schatz, deine Harley ist zu schwer, du fährst dann einfach hinterher, ja?“

Vier Personen können während der Fahrt im Weinsberg Carabus sitzen. Drei Schlafplätze gibt es. Einer schläft in Opas Zelt am Gardasee.
Nun aber erst einmal zur Heckgarage. Sie ist zwischen den Radkästen 1,37 Meter weit – darüber etwas breiter für die Lenker. Daneben misst sie 1,48 Meter in der Höhe und ist etwa 2,20 Meter tief. Auch hier kann es mit richtig großen Maschinen wieder eng werden – vor allem, wenn man zwei dabei hat. „Im Innenraum ist locker Platz für zwei Europaletten quer hintereinander“, gibt Weinsberg an. Ich sehe, wie Charlie Hunnam kurz seine Augenbraue hochzieht.

Garage und Schlafraum im Weinsberg Carabus

Mit dabei ist natürlich eine Rampe, damit Bikes und Quads ordentlich verladen werden können. Die Seitenwände der Garage sind mit robustem CPL beschichtet – Continuous Pressure Laminate – und der Boden mit Riffelblech versehen. Zusätzlich gibt es Verzurrschienen zur Befestigung der Fracht. Die Tür von der Garage in den Wohnbereich ist mit einem Pushlock-Verschluss abgedichtet und hält Gas und Benzingeruch draußen.

Jetzt kommt dem ein oder anderen vielleicht die Frage hoch: Warum ist die Garage nur 1,48 Meter hoch, wenn der gesamte Bus doch 2,81 Meter groß ist. Ganz einfach. Über der Garage befindet sich die Schlafkoje. An sich ein schlaues und platzsparendes Konzept. Die Liegefläche ist mit 1,97 Metern x 1,70 Metern großzügig. Doch zwischen Decke und Matratze sind gerade einmal 59 Zentimeter Platz. Davon ausgehend, dass der eigene Kopf auch noch eine gewisse Höhe hat, ist man trotz Superhochdach mit der Nase super dicht an der Decke. Das ist, als würde man auf dem Drei-Meter-Brett im Schwimmbad stehen, das bei 1,80 Meter Körpergröße auf einmal auch wie knappe fünf Meter wirkt. Selbst ohne große Klaustrophobie kann einem das schnell das Gefühl geben, in einer Sardinenbüchse eingesperrt zu sein. Seltsam ist, dass Weinsberg die 59 Zentimeter Höhe unter „die Highlights“ listet.
Immerhin gibt es eine Dachluke und ein Seitenfenster, das der Beengung entgegenwirken soll.

Weitere Innenausstattung im umgebauten Van

Im Bad befindet sich eine drehbare Kassettentoilette, die einen freien Zugang zum eckigen Waschbecken schafft. Auch eine Dusche gibt es in der Nasszelle. Wer nicht möchte, dass danach der tropische Regenwald im Outlaw ausbricht, sollte ein Fenster im Bad anbringen lassen. Das ist leider nur optional gegen einen Aufpreis von etwa 250 Euro erhältlich.

In der Küche könnt ihr auf dem Zweiflammkocher leckere Campinggerichte zubereiten. Der Kompressorkühlschrank fasst 75 Liter. Gespeist wird in der Dinette auf einer Zweier-Sitzbank und den beiden Sitzen im Fahrerhaus. Die kann auch zu einem Not-Bett umgebaut werden. Eine 6 kW Dieselheizung heizt das Fahrzeug.

Preis des Weinsberg Carabus

Der Preis des Weinsberg Carabus 630 MEG Outlaw startet bei 44.870 Euro. „Verbringe mehr Zeit auf deinem Bike – und verschwende keine kostbare Freizeit mit dem Selbstausbau!“, erklärt Weinsberg. Wen der Charme vom eigenen Ausbau nicht sehr reizt und wer das nötige Kleingeld – für Motorrad und Van – besitzt, kann hier glücklich werden.

Das Unternehmen Weinsberg ist bereits über 100 Jahre alt. Gegründet wurde es 1912 in Baden-Württemberg von Gustav Alt und Wilhem Schuhmacher. Damals war es noch ein einfaches Karosseriewerk. Ende der 60er Jahre kam dann das erste Wohnmobil auf den Markt. Auf Basis eines Fiat 328 baute Weinsberg ein Urlaubsfahrzeug, das dem Trend weg vom Zelt und hin zum Caravan folgte. In den Neunzigerjahren ging die Wohnmobilsparte von Weinsberg schließlich an die Tabbert Industrie AG. Heute gehört die Marke zu Knaus Tabbert, die bereits viele Van-Coversions wie den Knaus Boxlife herausgebracht hat.

Fotos (c): Knaus Tabbert GmbH

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