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Der Offroad-Rollstuhl von WHILL: Auf vier Rädern stylisch zum Strand

Der Offroad-Rollstuhl von WHILL: Auf vier Rädern stylisch zum Strand

Mit Vollgas über die Wiese, einen hohen Bordstein hinauf und in einer engen Kurve über Geröll. Nicht im Jeep und nicht im Quad, sondern in einem elektrischen Outdoor-Rollstuhl. Die in Kalifornien ansässige Firma WHILL hat klobige und schwerfällige Technik durch feines Design und sportliches Handling ersetzt. Besonders das Model Ci lässt sich praktisch zerlegen, in jedem Van verstauen und wird am Strand bei Sonnenuntergang zum Offroad-Begleiter der besonderen Art.

„Ich habe es sogar aufgegeben, im Supermarkt um die Ecke einzukaufen“, erklärt 2010 resigniert ein Freund von Satoshi Sugie, dem späteren Firmengründer von WHILL. In seinem großen, unpraktischen Rollstuhl fühlte er sich ständig abhängig, schwach und von allen angestarrt. Dabei war er vorher sehr lebenslustig und unternahm gerne etwas. Das brachte Sugie auf eine Idee: Er wollte einen Rollstuhl bauen, der sowohl zu Hause und im Büro, als auch in der Stadt und sogar im Gelände funktionierte – und zwar smart im schicken Design. Damit Ausflüge und Reisen mit Behinderungen einfacher werden.

The Greatest Advancement in Personal Mobility – WHILL Model Ci

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Mit USB-Port und Design über Wiese und Stein

Mit dem Modell Ci entstand zuletzt ein Rollstuhl mit Allseitenrädern, der kompakt, schmal und für den Transport schnell in drei Einzelteile zu zerlegen ist. Neben unebenen Wiesen, Steigungen bis zehn Grad und Geröll, schafft er auch etwa fünf Zentimeter hohe Bordsteine problemlos. „Mit dem Ci kann man wirklich sehr enge Kurven fahren“, berichtet Satoshi Sugie während einer Technikmesse in Las Vegas. „Er bietet fantastische Möglichkeiten draußen im Terrain.“

Etwa acht Stundenkilometer schnell fährt das Gerät. Der Lithium-Ionen-Akku hält die zwei Motoren für rund 15 Kilometer in Betrieb. Ganz so kurzfristig sollte man seinen Trip jedoch nicht planen, denn die Ladezeit des Akkus beträgt etwa fünf Stunden. Das Modell Ci wiegt 50 Kilo, ist 70 Zentimeter hoch, einen Meter lang und 50 Zentimeter breit. 115 Kilo kann es tragen. Steuern lässt es sich über Tasten an der hochklappbaren Armlehne – aber auch per App über das Smartphone. Hat man Rollstuhl und Handy, etwa über Bluetooth, verbunden, kann das Handy sogar als Fernbedienung für das Fahrzeug fungieren. Sogar einen eigenen USB-Port und eine kleine Hupe besitzt das Vehikel.

WHILL-Rollstühle bisher nur in den USA

Die Rollstühle gibt es aktuell nur in den Vereinigten Staaten zu kaufen. Das kleine Ci-Modell kostet etwa 3200 Euro. Es ist am besten für Menschen geeignet, die nicht mehr ganz so gut zu Fuß unterwegs sind. Wer jedoch wegen einer Lähmung oder Multipler Sklerose auf den Rollstuhl angewiesen ist, sollte das kompaktere M-Model wählen. Das liegt bei rund 7200 Euro und kann nur im Auftrag eines Arztes, nicht von Privatpersonen, gekauft werden.

Neben der Mobilität auf Reisen sind die schicken, elektrischen Rollstühle von WHILL auch bedeutend für das Selbstbewusstsein der Nutzer. Chad, Chefredakteur des “Able Outdoor Magazine”, sagt: „Ich bin jetzt doppelt so schnell unterwegs aber nur halb so erschöpft. Außerdem kommen viele Leute positiv auf mich zu und wollen mit mir über das ungewöhnliche Design und die Technik reden.“ Carden, eine junge Anwältin, die gern reist, fügt hinzu: „Ich kann wieder richtig leben und muss nicht zweimal darüber nachdenken, ob ich es wohl über die Steine oder den Stand schaffe.“

Fotos (c): WHILL


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War schon immer eher Pippi Langstrumpf als Annika. Arbeitet als freie Texterin und Fotografin bei Zeilenaufbruch und liebt Roadtrips überall auf der Welt.

Lieblingsspots: USA und Südeuropa.

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