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Wildcamping in Italien: Regeln und Tipps

Wildcamping in Italien: Regeln und Tipps

Italien ist nicht nur kulinarisch eines der reizvollsten Reiseländer Europas, auch die Landschaften sind einzigartig und sehr vielfältig. Von den schroffen Dolomiten in Südtirol bis zu den sanften Hügeln der Toskana, von den norditalienischen Seen bis zur Sonneninsel Sizilien – es gibt unglaublich viel zu entdecken in „Bella Italia“. Und wie ginge das besser, als im Rahmen eines Campingurlaubs!

Ich selbst habe bereits mehrfach mit dem Camper Italien vom Norden bis hinunter in die Toskana bereist. Auf diesen Reisen habe ich Italien als ein unglaublich herzliches und gastfreundliches Land kennengelernt. Die Italiener verstehen es einfach gut zu leben. Aber wurden wir dabei auch als (Wild-)Camper immer und überall gerne gesehen? Die Antwort lautet: „Jein…“.

Fotos: (c) Janina Hölzchen

Italien ist mit über 50 Millionen Touristen pro Jahr eines der meistbesuchten Länder der Welt. Damit liegt die Anzahl der Besucher des viertgrößten Landes der Europäischen Union nur um 10 Millionen unter der Einwohnerzahl von rund 60 Millionen (Deutschland: 82,5 Millionen Einwohner). Die Bevölkerungsdichte ist mit ca. 200 Einwohnern je Quadratkilometer hoch (Deutschland: 231 Einwohner je Quadratkilometer). Insofern ist es wenig verwunderlich, dass es nicht allzu viel Wildnis und Freiräume gibt. Wie wohl überall auf der Welt gehen mit einer höheren Bevölkerungsdichte strengere Regeln und Gesetze einher, auch im Bereich Tourismus und Camping. Dennoch eignet sich Italien durchaus für einen naturnahen Campingurlaub.

Ist Wildcamping in Italien erlaubt?

Wildcampen ist in Italien generell verboten und das Verbot wird gerade in den touristisch beliebten Regionen häufig streng durchgesetzt. Hierfür sind gleich vier Behörden zuständig. Die verhängten Bußgelder liegen zwischen 100 und 500 Euro. Zudem musst du deinen Übernachtungsplatz in der Regel verlassen, wenn du erwischt wirst. Es gibt aber attraktive Alternativen.

Neben den klassischen großen Campingplätzen, die du in großer Zahl in Italien vorfindest, kannst du gelegentlich einfache Plätze finden, die nicht viel bieten außer Sanitäranlagen und einer Wiese zum Campen. Unser absoluter Lieblingsplatz am Comer See fällt in diese Kategorie und liegt dabei in allererster Reihe mit direktem Seezugang. Ansonsten bieten einige Bauernhöfe Stellplätze für Camper an (Agricampeggio). Online findest du solche Plätze zum Beispiel unter www.kleinecampingplaetze.de/italien. Häufig gibt es dann nicht nur allerlei Tiere rund um den Camper herum. Meistens kannst  du auch Produkte aus der eigenen Herstellung kaufen oder sogar in einem kleinen Restaurant die echte italienische Küche kosten.

Auch Private Landbesitzer erteilen manchmal die Erlaubnis zum Übernachten auf ihrem Grundstück. Auf einer Alm im Grödner Tal in Südtirol haben wir zum Beispiel einmal eine sehr frostige Nacht inmitten der traumhaften Berglandschaft verbracht. Am nächsten Morgen gab es dann sogar ein zünftiges Frühstück in der gemütlichen Hütte für uns, bevor wir zur Bergwanderung aufgebrochen sind. In diesem Fall haben wir einfach freundlich bei den Almbesitzern gefragt, ob wir auf dem Grundstück übernachten dürfen. Allerdings gibt es in Italien auch eine Internetseite, auf der Privatleute ihre Gärten gegen eine Gebühr für Camper zur Verfügung stellen (www.gardensharing.it, Seite auch auf englisch). Eine tolle Idee, bei der man mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt kommen kann. Selber ausprobiert habe ich es leider noch nicht.

Foto 1&2: (c) Riccardo Righi / Foto 3: (c) Alexandra Ramthun

In Italien muss man auf der Suche nach einsameren Plätzen etwas kreativ sein und sich möglichst von den völlig überlaufenen touristischen Regionen, insbesondere den Küsten, fernhalten. Dies gilt gerade für die Hauptsaison. Sofern du doch mal einen abgelegenen Ort für eine freie Übernachtung findest, solltest du dich so unauffällig verhalten, dass niemand deine Übernachtung überhaupt bemerkt. Wie überall auf der Welt gilt die Regel, dass nach der Übernachtung nichts auf ebendiese hindeuten sollte. Hinterlasse keinen Müll und übernachte möglichst nur eine Nacht an einem Ort. Die App „iOverlander“ ist auch in Europa ein guter Tipp. Du findest Informationen zu diversen etablierten und wilden Stellplätzen und sonstige nützliche Adressen für Reisende.

Die gleichen strengen Regeln gelten übrigens auch für Zelter. Sofern du dein Zelt irgendwo in den Bergen aufstellst und dich unauffällig verhältst, wirst du im Zweifel aber wenig Probleme bekommen. Bei einer Nacht am Strand sieht das mit großer Wahrscheinlichkeit schon wieder anders aus.

Die (deutsche) Seite der italienischen Tourismuszentrale findest du unter www.enit.de mit vielen nützlichen Informationen für deinen nächsten Italien Urlaub. Buon viaggio!

Fazit

Wildcampen in Italien ist nicht unbedingt einfach, aber dennoch möglich. Die Suche nach einem versteckten Platz mag mehr Geduld fordern als in anderen Ländern. Dafür hat das Land so viel zu bieten, dass es diese kleine Einschränkung locker wieder wettmacht.

Titelfoto: (c) Riccardo Righi, www.viaggiandoaseiruote.it


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Ist mit Mann Malte und Landrover „Dulli“ in Übersee unterwegs. Liebt Abenteuer, das minimalistische Reisen und exotische Länder.

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