Wintercamping Tipps Ausruestung Vorbereitungen Checkliste

Wintercamping: Tipps für kuschelige Tage im Schnee

Die kalte Jahreszeit hält langsam Einzug – und während die einen damit beschäftigt sind, ihre Wohnmobile und Wohnwagen winterfest zu machen, können die anderen es kaum erwarten, bis endlich der erste Schnee fällt. Denn dann heißt es wieder: Wintercamping!

Gemeinsam mit dem Wintercamping-Experten Michael Wallrapp von Frankana Freiko haben wir die wichtigsten Tipps zusammengestellt, damit du auch bei unwirtlichen Außentemperaturen dein Campingerlebnis voll und ganz genießen kannst.

Was ist beim Wintercamping zu beachten?

Zusätzliche Ausrüstung fürs Wintercamping

Damit du es auch im Winter im Camper warm, behaglich und halbwegs matschfrei hast, denk unbedingt daran, diese Dinge mitzunehmen:

Warme Bettdecken

Eine dicke Winterdecke pro Person und gegebenenfalls zusätzlich ein paar Fleece- oder Merinowolle-Decken für besonders kalte Tage gehören auf jeden Fall mit in die Wintercamping-Ausrüstung!

Ausreichend Gas

Im Winter benötigst du deutlich mehr Gas zum Kochen und Heizen, als du das aus „normalen“ Urlauben kennst. Zum einen wirst du gerne und häufig heiße Getränke zu dir nehmen, um dich nach einem langen Tag an der frischen Luft wieder aufzuwärmen, zum anderen benötigst du jede Menge „Stoff“, um angenehme Temperaturen in deinem Camper zu haben. Nähere Infos zum Thema Gas findest du weiter unten.

Isomatten oder Heizmatten

In vielen Fahrzeugen gibt es im Fußbodenbereich so genannte „Kältebrücken“, die mit der Zeit sehr unangenehm werden können. Gegen diese Kältebrücken und gegen eisige Böden (z.B. wenn du keinen Teppich und keine Fußbodenheizung besitzt) helfen Iso- oder Heizmatten. Die sorgen übrigens auch dafür, dass dein mitreisender Hund es nachts gemütlich hat!

Zusätzliche Isolierung im Fahrzeug

Thermomatten oder -folien für die Scheiben

Um Kältebrücken an Fenstern und Türen auszutricksen, kannst du Thermomatten oder -folien an den Scheiben befestigen. Sie sorgen dafür, dass die eisige Luft nicht so schnell in dein Fahrzeug dringt.

Thermovorhänge, Fußraumisolierung und Hecktürisolierung

Ein weiterer Bereich, der gerne schnell auskühlt, ist bei Wohnmobilen das Fahrerhaus. Um die Kälte auzusperren, kannst du einen Thermovorhang zwischen Fahrer- und Wohnbereich einziehen und – als Ergänzung – eine Fußraumisolierung (sieht aus wie eine in Form geschnittene Isomatte – verlegen.

Bei Kastenwagen leistet eine Hecktürisolierung wertvolle Dienste.

Vorzelt und Zeltteppich

Auch wenn wir aufgrund des aufwändigen Auf- und Abbaus normalerweise keine großen Vorzeltfans sind – als „Kältepuffer“ und Aufbewahrungsort für schmutzige Schuhe, nasse Wäsche oder Skier ist ein Vorzelt beim Wintercamping einfach großartig!

Ein Zeltteppich oder (vor allem bei längeren Aufenthalten) ein Vorzeltboden aus Kunststoff, der mit seinen 25 bis 35 mm Höhe einen zusätzlichen Schutz vor Bodenkälte bietet, sind ebenfalls praktische Wintercamping-Begleiter.

Schnelltrocknende Mikrofasermatten

Gegen Pfützen oder Matsch im Innenraum helfen schnelltrocknende Mikrofasermatten, die – falls vorhanden – beim Wintercamping deinen normalen Teppichboden ersetzen oder schützen. Alternativ kannst du dir natürlich auch einen sehr robusten Teppichboden zulegen. Der isoliert zusätzlich und sorgt für gemütliche Atmosphäre.

Frostschutzmittel für Toilette und Abwassertank

Wenn du Frischwassertoiletten mit einem eigenen Tank verwendest, kannst du durch etwas Frostschutzmittel verhindern, dass das Spülwasser einfriert, für Grauwassertanks und Toilettenkassetten gibt ebenfalls entsprechende Mittel.

Achtung: Falls du auch im Frischwassertank Frostschutz einsetzen möchtest, solltest du unbedingt zum Kochen und Zähneputzen lieber Trinkwasser aus Flaschen nutzen!

Frostsicheres Stromkabel

Im Winter bist du mit einem frostsicheren Gummikabel (Durchmesser 2,5 cm) auf der sicheren Seite.

Eimer oder Wanne für das Grauwasser

Da die normalen „Wassertaxis“ aufgrund ihrer kleinen Öffnungen bei Frost häufig nicht mehr entleert werden können, ist es besser, einen großen Eimer oder eine Wanne für das Grauwasser unterzustellen. Da kriegt ihr notfalls auch noch einen Eisklumpen raus!

Unser Tipp: Bei sehr kalten Temperaturen sollten auch Wohnmobilisten den Ablassschieber dauerhaft geöffnet lassen und einen Wasserbehälter unterstellen – vor allem, wenn der Grauwassertank nicht isoliert ist.

Stützplatten oder Bretter als Unterlage

Um zu verhindern, dass Räder und Stützen bei Tauwetter im Schnee oder Matsch versinken, kannst du Holzbretter oder Stützplatten unterlegen – je breiter, desto besser!

Weiteres praktisches Zubehör für Wintercamper

  • Thermohaube für den Deichselkasten 
  • Winterabdeckung für die Kühlschrank-Lüftungsgitter
  • Fön (als „Enteiser“ für den Notfall)
  • Schneeschaufel oder Klappspaten zum Schneeschippen
  • Leiter zum Entfernen von Schnee und Eis auf Dach und Vorzelt
  • Besen
  • Fußabtreter für den Außenbereich
  • Bodenschürzen gegen den kalten Luftzug im Vorzelt
  • Kaminverlängerung, damit die Abluft auch bei höherer Schneedecke entweichen kann
  • Stirnlampen für Arbeiten in Dämmerlicht und Dunkelheit
  • Dicke Arbeitshandschuhe, am besten gefüttert
  • Heizbänder zum Enteisen der Wasserleitung

Wie heizt man beim Wintercamping?

Gerade beim Wintercamping ist es sehr unangenehm, wenn die Gasflasche leer wird. Das passiert ja meistens in der Nacht, da der Gasverbrauch dann am höchsten ist – du bemerkst es aber häufig erst, wenn es im Innenraum ausgekühlt ist. Bis es dann wieder gemütlich warm wird, dauert es eine Weile.

Welches Gas sollte ich fürs Wintercamping nutzen?

Idealerweise solltest du Gas mit hohem Propananteil nutzen, da Butan bei Frost nicht mehr in der Lage ist, den Aggregatszustand von flüssig auf gasförmig zu wechseln. Das heißt, es kann somit nicht fürs Heizen und Kochen verwendet werden.

Aber keine Sorge: Die in Deutschland erhältlichen Gasflaschen sind in der Regel fast komplett mit Propan- und nur mit einem Mini-Anteil Butangas befüllt, sodass du hier kein spezielles Wintergas suchen musst.

Wie viel Gas verbraucht man beim Wintercamping?

Je nach Außentemperatur, persönlichem Wärmeempfinden und der Isolation deines Fahrzeugs solltest du etwa drei bis fünf Kilogramm Gas pro Tag einkalkulieren. Wenn es draußen richtig kalt ist, kommst du mit zwei 11-kg-Flaschen demnach rund fünf bis 7 Tage aus.

Unser Tipp: Mit Hilfe eines Gasinhaltsmessers lässt sich ganz gut einschätzen, wie lange die Flasche (noch) hält. Hier etwas wirklich Funktionierendes zu finden, gestaltet sich allerdings etwas schwierig. Einfacher ist es, wenn du eine iNet-Box von Truma installiert hast – dann kannst du für wenig Geld die LevelControl nachrüsten. Diese misst zuverlässig mittels Ultraschall, wie viel Gas sich in der Flasche befindet und überträgt die ermittelten Daten an die Box, die wiederum die Informationen auf dein Smartphone oder Tablet sendet. So hast du immer den Überblick über den Gasfüllstand und die (errechnete) verbleibende Restlaufzeit. Sehr praktisch, wenn man nicht ständig die Gasflasche wiegen oder morgens um 1 Uhr eine kalte Überraschung erleben will!

Zusätzliche Wärmequellen

Infrarot- oder Katalytofen

Im Vorzelt sorgen Katalyt- oder Infrarotheizung für behagliche Wärme an kalten Winterabenden. Sie nutzen Gas als „Treibstoff“ und dürfen daher nur draußen oder in gut belüfteten Räumen betrieben werden.

Heizlüfter

Für den Innenraum deines Wohnwagens oder Wohnmobils ist es ratsam, einen kleinen elektrischen Heizlüfter einzupacken – dieser dient als Reserve, sollte das Gas doch mal ausgehen oder die Anlage nicht funktionieren.

Aber Achtung: Heizlüfter sind wahre Stromfresser und sollten nur im Ausnahmefall benutzt werden!

To-Do-Liste für Wintercamper

Vorbereitungen am Wohnwagen oder Wohnmobil

Zunächst solltest du dich um dein Fahrzeug kümmern, denn als rollendes Zuhause muss es gerade im Winter gut in Schuss sein.

Neben den regelmäßigen Routinekontrollen (TÜV, Reifendruck, Bremsen, Öl etc.) solltest du frühzeitig auch an folgende Punkte denken:

Vor der Reise

  • Karosserie des Campingfahrzeugs auf Rost oder Schäden überprüfen und bei Bedarf reparieren
  • Profiltiefe der Winterreifen (M+S mit Schneeflockensymbol) messen – für eine sichere Fahrt sind mindestens 4 mm empfehlenswert
  • Lichtanlage kontrollieren
  • Dichtungsgummis behandeln
  • Funktion von Heizung und Gebläse ausprobieren
  • Batterie(n) überprüfen und bei Bedarf vollständig laden, Pole reinigen etc.
  • Für Fahrten in Bergregionen: Schneeketten einpacken
  • Starthilfekabel und Abschleppseil besorgen
  • Türschlossenteiser mitnehmen
  • Frostschutz in Scheibenwaschanlage und Kühler nachfüllen
  • Eiskratzer und Handbesen griffbereit im Fahrzeug verstauen
  • Ersatzbirnen für Fahrzeugbeleuchtung und Ersatzwischerblätter besorgen
  • Nicht-isolierte Wassertanks mit Frostwächter oder Heizspiralen ausstatten
  • Wischerblätter prüfen und ggf. wechseln
  • Luftentfeuchter für den Innenraum kaufen

Während des Aufenthalts:

  • Stromkabel so verlegen, dass es nicht anfrieren kann.
  • Regelmäßig Schnee und Eis von Dach und Vorzelt entfernen
  • Mehrmals täglich stoßlüften (beugt Feuchtigkeit muffigem Geruch vor)
  • Im aufgeheizten Fahrzeug alle paar Tage Staufächer öffnen und Wärme reinlassen

Achtung: Auch wenn manchmal vielleicht kühle Luft eindringt – die Zwangsbelüftung muss aus Sicherheitsgründen immer offen bleiben!

Titelbild: (c) khunaspix / Depositphotos.com

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