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„Kostenlos“ Wohnmobil fahren? – Camper durch Vermietung refinanzieren 

„Kostenlos“ Wohnmobil fahren? – Camper durch Vermietung refinanzieren 

Ein Wohnmobil ist ein teurer Spaß – sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt. Das kann sich schlichtweg nicht jeder leisten und so bleibt ein eigenes Fahrzeug für viele Campingbegeisterte in weiter Ferne. Doch es gibt Mittel und Wege, sich den Traum doch zu verwirklichen und die entstandenen Ausgaben wieder einzuspielen – sozusagen „kostenlos Wohnmobil zu fahren“. Wie das gehen kann, erkläre ich dir gemeinsam mit unserem Partner PaulCamper in diesem Beitrag.

Wie kannst du „kostenlos“ Wohnmobil fahren?

Eigentlich ist die Antwort ganz einfach: Immer wenn du dein Wohnmobil nicht selber nutzt, vermietest du es und refinanzierst die laufenden Kosten und/oder den Kaufpreis. „Eigentlich“, denn wir wissen, dass es bei diesem Thema ganz viele Fragen und Vorbehalte gibt.

Eine Frau, eine Harley und ein Wohnmobil verleiht man nicht!

Solche und ähnliche markige Sprüche hört und liest man oft in diesem Zusammenhang. Sie entstehen aus der oft tiefen Verbundenheit der Camper mit ihren Fahrzeugen und der Sorge um das geliebte zweite Zuhause. Keiner kann das besser nachvollziehen als ich – denn wie du ja wahrscheinlich weißt, lebe ich mit meiner Frau und unserem Hund komplett im Wohnmobil und alleine der Gedanke, unserem „George Clounie“ könne etwas zustoßen, treibt mir den Schweiß auf die Stirn.

Doch betrachtet man das Ganze mit etwas Abstand, ist das Vermieten eine hervorragende Idee – insbesondere für diejenigen unter uns, die nicht genug Zeit haben, um ständig mit ihrem Wohnmobil unterwegs zu sein, und sich vielleicht den Luxus eines ungenutzt herumstehenden Zweit- oder Drittfahrzeugs nicht leisten können oder wollen.

Wenn du dir also grundsätzlich vorstellen kannst, deinen Camper mit anderen zu „teilen“, erkläre ich dir im Folgenden, wie das funktionieren kann und was du dabei beachten solltest.

Wohnmobil vermieten – so geht’s

Im Gegensatz zum kostenlosen Verleihen eines Wohnmobils an Freunde oder Familie, bekommst du für das Vermieten Geld. Du musst also zunächst einmal eine kleine Kalkulation erstellen, um deine möglichen Einnahmen zu errechnen und zu ermitteln, wie viele deiner Ausgaben du in welchem Zeitraum damit decken kannst.

Schritt 1: Ungenutzte Tage zählen

Die meisten Mobile stehen den überwiegenden Teil des Jahres ungenutzt in der Garage oder auf dem Abstellplatz. Prüfe daher im ersten Schritt, wie viele Tage bzw. Wochen im Jahr das Mobil herumsteht und welchen Betrag am Tag du verlangen müsstest, damit dein Wohnmobil sich quasi selbst finanziert.

Kann ich mein Wohnmobil überhaupt selbst nutzen, wenn ich es auch vermiete?

Natürlich kannst du das. Du alleine entscheidest, wie häufig du deinen Camper vermieten kannst und möchtest. In unserem Rechenbeispiel weiter unten siehst du, dass wenige Wochen Vermietung im Jahr bereits ausreichen, um die laufenden Kosten komplett zu decken.

Schritt 2: Kosten ermitteln und Mietpreise kalkulieren

Neben dem Anschaffungspreis musst du auch die laufenden Kosten wie Steuer und Versicherung, aber auch Wartung, Reparaturen, Reifenwechsel und andere anfallenden Ausgaben in einer Tabelle erfassen und zusammenzählen.

Wenn du mit dem Gedanken spielst, dein Fahrzeug zu vermieten, solltest du bei den laufenden Kosten einen erhöhten Aufwand einplanen, da durch die häufigere Nutzung auch ein höherer Verschleiß entsteht (Reifen, Bremsen, etc.) und natürlich in der Vermietung auch mal ein Schaden passieren kann.

Für die Versicherung dagegen brauchst du an diesem Punkt noch keine weiteren Kosten einplanen, da es hierfür mittlerweile Lösungen gibt, die keine Auswirkung auf deinen aktuellen Vertrag haben (mehr dazu weiter unten). 

Kalkulationsbeispiel: Vermietung Campingbus

Rechnen wir mal ein wenig zusammen, was du an Kosten hast. Ich nehme einen Campingbus als Beispiel:

  • Versicherung: 500 Euro
  • Steuern: 400 Euro
  • Wartung und Reparaturen: 3.000 Euro

Das macht in Summe ca. 4.000 Euro im Jahr. Dazu kommen noch die Provisionen der Vermieterplattform – bei PaulCamper sind es zum Beispiel 15% – sowie die Kosten für die Versicherung. Sagen wir hier einmal 500 Euro. Du musst also insgesamt ca. 5.000 Euro erwirtschaften.

Bei einem Preis von 75 Euro je Tag müsste der Bus 67 Tage vermietet werden, also etwa. 9,5 Wochen von 52 im Jahr. Das ist aus meiner Sicht gut machbar und lässt dir noch viel Spielraum für eigene Urlaube.

Wenn du ein neues Fahrzeug gekauft hast, musst du natürlich auch den von dir vorgestreckten Anschaffungspreis oder eine monatliche Rate hinzurechnen. Je nach Kaufpreis müsstest du den Camper dann nochmal weitere 9 bis 10 Wochen im Jahr vermieten, um die kompletten Kosten langfristig wieder einzuspielen und deinen Camper damit „kostenlos“ zu fahren.

Schritt 3: Muss ich ein Gewerbe anmelden bzw. meine Einnahmen versteuern?

Jede Form von Einnahmen muss beim Finanzamt angezeigt werden. Ob du zusätzlich einen Gewerbeschein brauchst, wird von Region zu Region teilweise unterschiedlich gehandhabt. Eine verbindliche Aussage dazu kann dir dein Finanzamt geben, die Mitarbeiter*innen sind hier zur Auskunft verpflichtet.

§ 15 Absatz 2 des Einkommenssteuergesetzes liefert folgende Definition:

Eine selbständige nachhaltige Betätigung, die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, ist Gewerbebetrieb, wenn die Betätigung weder als Ausübung von Land- und Forstwirtschaft noch als Ausübung eines freien Berufs noch als eine andere selbständige Arbeit anzusehen ist.

Wenn du also vorhast, mit der Vermietung mehr Geld einzunehmen, als dich das Mobil kostet, dann dürftest du um ein Gewerbe nicht herumkommen. Bei einem Gewerbe bzw. einer selbstständigen Tätigkeit, auch im Nebenerwerb, musst du jedoch nicht nur auf Gewinne Steuern zahlen, sondern kannst auch Kosten absetzen.

Solltest du dein Wohnmobil regelmäßig vermieten, kannst du auch den Kauf steuerlich geltend machen. Das senkt deine Steuern. Hier rate ich dir dringend, mit einen Steuerberater zu sprechen, denn in diesem Punkt gibt es sehr viele Möglichkeiten, aber auch Stolpersteine.

Wenn du keinen Gewinn daraus erzielen, sondern das Ganze nur als Hobby betreiben willst, eben um dein WoMo zu refinanzieren, gilt das in der Regel eher als Liebhaberei. In diesem Fall wären eventuell nur die Einnahmen bei der Steuer anzugeben. Da ich kein Steuerberater bin, kann und möchte ich daher hier keine verbindliche Auskunft dazu geben. Das ist lediglich meine Sicht der Dinge, die dir als Argumentationshilfe dienen soll, um mit den Finanzbehörden und Steuerberatern zu sprechen.

Schritt 4: Mieter finden

Du könntest dein Wohnmobil in Campingzeitschriften anbieten, bei ebay-Kleinanzeigen einstellen oder in einer Zeitung oder dem lokalen „Käseblättchen“ inserieren. Das mag alles irgendwie funktionieren, aber so wirklich empfehlenswert ist es nicht. Denn zum einen musst du dich selbst um alles kümmern, zum anderen ist das Thema Versicherung bei dieser Variante hochproblematisch und zum Dritten bekommen Mieter keinen Überblick über mögliche Buchungszeiträume.

Eine weitere Option ist es, eine eigene Homepage mit Kalenderfunktion zu erstellen und dort die Anfragen direkt abzuwickeln. Doch kannst du selbst programmieren oder Webseiten bauen? Und wer kümmert sich dann darum, dein Angebot über den Bekanntenkreis hinaus zu bewerben?

Sinnvoller ist es sicherlich, eine bereits vorhandene Plattform wie PaulCamper zu nutzen, die Mieter und Vermieter zusammenbringt. Hier kannst du dein Fahrzeug ohne größeren Aufwand einstellen und deinen künftigen Mietern präsentieren. Für die ganze Umsetzung, die Buchungsabwicklung, das Marketing und vor allem die Versicherung sorgen die Betreiber der Plattform, so dass du dich im Vorfeld lediglich um die Buchungsanfragen und die Kalenderpflege kümmern musst. Und auch im weiteren Verlauf des Vermietgeschäfts erhältst du Unterstützung, z.B. durch Musterverträge, Übergabeprotokolle, Checklisten und einer Hotline für deine Fragen. Es gibt sogar regelmäßige Treffen der Vermieter zum Austausch und Kennenlernen.

Wenn du Interesse hast, melde dich einfach mal bei PaulCamper an, richte dein Profil ein und schau dir alles in Ruhe an. Es fallen erst Gebühren an, wenn die erste Vermietung ins Haus steht. Bis dahin ist alles kostenlos und unverbindlich. Und falls du Fragen hast, wende dich an das Team von PaulCamper – persönliche Betreuung wird hier ganz groß geschrieben.

Schritt 5: Wohnmobil für die Vermietung versichern

Deine normale Versicherung deckt normalerweise die Vermietung des Fahrzeugs nicht ab. Du hast also keinen Versicherungsschutz, wenn du es privat vermietest. Daher brauchst du eine Zusatzversicherung, damit du bei Schäden geschützt bist.

Die oben erwähnten Vermietplattformen bieten bei einer Buchung über die Plattform eine Zusatzversicherung für die vermieteten Zeiträume an. Diese enthält in der Regel Leistungen wie Vollkasko, Teilkasko, KFZ-Haftpflicht, einen europaweiten Pannenschutzbrief und in einzelnen Fällen sogar eine Innenraumversicherung. Meist gelten diese Zusatzversicherungen aber nur bis 3,5 Tonnen. Bei PaulCamper sind jedoch Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen versicherbar. Achte außerdem auf maximale Versicherungssummen. Für schwerere Fahrzeuge solltest du am besten mit den Anbietern sprechen. Die Kosten richten sich prozentual nach dem Mietpreis und müssen nur bezahlt werden, wenn du auch vermietest.

Oldtimer sind bei PaulCamper kein Problem. Sie sind standardmäßig mit 10.000 Euro Wiederbeschaffungswert versichert. Wenn du ein Wertgutachten vorweisen kannst, dann wird der Wert laut diesem Gutachten versichert.

Optional kannst du auch eine Selbstfahrervermietversicherung bei deinem Anbieter abschließen. Die meisten Versicherungen bieten diese jedoch nicht oder nur zu einem sehr hohen Preis an, der – anders als bei den Zusatzversicherungen – dann auch das ganze Jahr durchgezahlt werden muss.
Noch ein Tipp: Auch eine Veruntreuungsversicherung kann sinnvoll sein. Denn die üblichen Versicherungen decken zwar Diebstahl durch Dritte, aber nicht durch den Mieter selbst.

Wer bezahlt mir Schäden?

Durch die genannten Versicherungen sind nahezu alle Schäden abgedeckt. Ich empfehle dir aber, die Versicherungsbedingungen einmal genau zu checken und im Kleingedruckten nachzulesen, was enthalten ist und was nicht – auch z.B. die Höhe der Selbstbeteiligungen. Es bestehen erhebliche Unterschiede in Preisen und Leistungen bei den verschiedenen Anbietern, ein Vergleich lohnt sich immer!

Was ist mit defekten Bremsen, Reifen etc.?

Verschleiß ist normalerweise nicht versichert. Diese Dinge würden ja auch bei dir durch den Gebrauch kaputt gehen. Beachte, dass diese Teile durch die erhöhte Nutzung auch schneller kaputt gehen und kalkuliere das in deine Preise ein.

Schritt 6: Möbel, Geschirr & Co. – Fahrzeug für die Vermietung ausstatten

Um deinen Camper für möglichst viele Mieter attraktiv zu machen, sollte er möglichst ein „Rundum-Sorglos-Paket“ an Bord haben. Denn viel wichtiger als das Baujahr oder der Fahrzeugtyp ist es, dass deine Mieter direkt damit in den Urlaub starten können und nicht noch Campingmöbel beschaffen oder an ihr eigenes Spüli denken müssen.

Das bedeutet, du solltest eine komplette Campingausstattung vorhalten: Stühle, Tisch, Geschirr, Besteck, Kocher, Putzzeug und gerne auch noch ein paar nette Details wie Spiele oder Deko. Je mehr Ausrüstung dabei ist, desto besser wird dein Fahrzeug vermietet werden – denn das unterscheidet dich auch von vielen der kommerziellen Vermieter, bei denen die Mieter für jede Gabel extra bezahlen müssen.

Bettzeug und Handtücher bringen die Mieter üblicherweise selbst mit.

Weitere Fragen (und Antworten) rund ums Thema Wohnmobil vermieten

Welche Fahrzeuge kann man überhaupt vermieten?

Zu jedem Topf gibt es einen Deckel. Alter, Zustand, Modell – du wirst für nahezu jedes Fahrzeug Interessenten finden. Alle als Wohnmobil, PKW oder Wohnanhänger zugelassenen Fahrzeuge bis 30 Jahre kannst du in der Regel leicht vermieten, wenn sie einigermaßen gut gepflegt und gewartet sind. Auch Oldtimer (älter als 30 Jahre) können grundsätzlich in die Vermietung gehen. Hier musst du jedoch den genauen Fahrzeugwert prüfen und gegebenenfalls ein Wertgutachten vorweisen. Mehr dazu im Abschnitt zur Versicherung.

Dein Fahrzeug darf keine technischen Mängel haben, was du mit einer gültigen Hauptuntersuchung (TÜV) nachweisen kannst.

Welche Fahrzeugtypen vermieten sich am besten?

Campingbus, Kastenwagen, Alkoven, Teilintegrierter, Vollintegrierter, umgebauter PKW, LKW, Wohnwagen und vieles mehr. Grundsätzlich lässt sich jedes Campingfahrzeug vermieten. Denn jeder Mieter hat ja andere Interessen.

Kann ich mir meine Mieter aussuchen?

Bei PaulCamper kannst du das. Sobald eine Buchungsanfrage rein kommt, wird über die Plattform ein persönlicher Kontakt hergestellt. Du kannst danach entscheiden, ob du mit dem Mieter ein gutes Bauchgefühl hast, oder nicht und ob du dein Fahrzeug für die geplante Tour vermieten möchtest.

Was muss ich sonst noch beachten?

Auch wenn du dich für die Lösung einer Vermietplattform entscheidest – du brauchst trotzdem Zeit für den Kontakt mit deinen potenziellen Mietern. Im Vorfeld wirst du Fragen beantworten und die Menschen, denen du deinen Camper anvertraust, vielleicht vorher kennenlernen wollen. Danach fallen Fahrzeugübergabe, Rücknahme und regelmäßige Reinigungsarbeiten an. Außerdem müssen der Vermietkalender und ggf. das Profil oder die Homepage gepflegt werden, damit die potenziellen Mieter einen guten Eindruck von deinem Angebot bekommen. Das solltest du mit einplanen und den zeitlichen Aufwand bis zu einem gewissen Punkt auch in die Preise einkalkulieren.

Fazit

Du siehst, kostenlos Wohnmobil fahren ist möglich und nicht nur ein Spruch. Es steckt natürlich Arbeit dahinter, ohne etwas zu tun klappt es nicht. Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Ratgeber zeigen, was wichtig ist.

Weitere Infos und Tipps rund um die Privatvermietung bekommst in den FAQs von PaulCamper.

Und hier geht es zur Anmeldung als Vermieter.

Titelbild: (c) Altioe | pixabay.com
Foto im Text: (c) CamperStyle


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Technikverliebter Nerd, der mit Frau, Hund und Gasgrill seit 2015 im Wohnmobil lebt – derzeit in einem Clou Liner. Im Winter im Süden, im Sommer im Norden, als digitaler Nomade immer auf Reisen.

Lieblingsspots: Am Wasser.

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