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Wohnmobil oder Wohnwagen mieten: Welche Versicherungen brauche ich?

Wohnmobil oder Wohnwagen mieten: Welche Versicherungen brauche ich?

Wenn du ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen mieten möchtest, solltest du unbedingt darauf achten, dass das Fahrzeug gut versichert ist – denn statistisch betrachtet ist gerade die Vermietung risikoreich, da hier aus Unerfahrenheit häufig Schäden entstehen. Wir haben das Thema gemeinsam mit unseren Versicherungsexperten von der RMV mal näher unter die Lupe genommen.

Versicherungen bei gewerblichen Wohnmobil-Vermietern

Gewerbliche Vermieter sollten umfassend versichert sein – schon aus eigenem Interesse, denn im Schadenfall hat der Vermieter selbst zunächst das Problem „am Hals“. Um jedoch Streitigkeiten im Nachhinein zu vermeiden, solltest auch du als Mieter genau auf den Versicherungsschutz achten! Normalerweise ist dieser Punkt Teil des Mietvertrages – sollte dies nicht der Fall sein, lass dir die Information schriftlich bestätigen.

Versicherungen in der Privatvermietung

Planst du, privat zu mieten (oder zu vermieten), gestaltet sich die Sache etwas schwieriger, denn in der Regel ist bei normalen Haftpflicht- und Kaskoversicherungen des Fahrzeug-Eigentümers eine Vermietung gegen Entgelt ausgeschlossen.

►►Achtung: Von diesem Ausschluss sind dann auch Schutzbriefleistungen wie z.B. Abschleppkosten, Rücktransportkosten etc. betroffen!

Da hilft nur, vorher in die Fahrzeugpapiere zu schauen. Der Camper sollte als „Selbstfahrer-Vermietfahrzeug“ zugelassen sein, sonst besteht im Falle der Anmietung für dich kein Versicherungsschutz!

Die Zulassung eines Fahrzeuges als Selbstfahrer-Vermietfahrzeug ist zwar völlig unproblematisch, die entsprechende Versicherung ist für den Vermieter jedoch meist teuerer bzw. bei manchen Anbietern gar nicht erst möglich – denn das Risiko einer privaten Vermietung wird von den Versicherern als relativ hoch eingestuft.

Risikoarme Lösung: Mieten und vermieten über private Online-Plattformen

Wenn du ohne größeres Risiko privat mieten oder vermieten möchtest, sind Campersharing-Plattformen im Internet eine gute Option. Dort kannst du unter vielen verschiedenen vollausgestatteten Privatfahrzeugen deinen Lieblings-Camper auswählen – und in aller Regel sind die Fahrzeuge umfassend versichert.

Bei SHAREaCAMPER beispielsweise greift die Versicherung der RMV (hier ist dann keine Selbstfahrer-Versicherung nötig), bei PaulCamper ist die Allianz mit einer umfangreichen Zusatzversicherung im Boot und auch Yescapa bietet einen gesonderten Versicherungsschutz an.

Die Kosten der Versicherung sind über diese Plattformen meist im Mietpreis inbegriffen.

Sonderfall: Wohnmobil privat und unentgeltlich leihen

Wird das Fahrzeug privat und kostenlos verliehen, musst du lediglich darauf achten, ob bei der bestehenden Versicherung der Fahrerkreis eingeschränkt ist oder ob andere Fahrer ebenfalls unter den Versicherungsschutz fallen. In letzterem Fall hast du nichts zu befürchten. 

Sollte der Fahrerkreis begrenzt sein, kann der Besitzer bei seiner Versicherung nachfragen, ob eine Erweiterung – oft gegen einen leicht erhöhten Beitrag – möglich ist.

►►Unser Tipp: Ist das Fahrzeug nicht vollkaskoversichert, solltest du dir überlegen, ob du dir den Camper von deinen Freunden oder Angehörigen unter diesen Bedingungen ausleihen möchtest. Wichtig ist hier auf jeden Fall, schon vorab Regelungen für den Schadenfall zu treffen. Sonst droht evtl. privater Zoff, wenn du einen selbstverschuldeten Unfall baust und die Versicherung dies ohne Vollkasko nicht zahlt! 

Das Urlaubs-Schutz-Paket:

Manche Versicherungen wie RMV (über die Unternehmenstochter MMV), ESV oder Allianz haben speziell für Mieter von Wohnmobilen und Wohnwagen entwickelte Optionen, die sich Urlaubs-Schutz-Paket, Reiseschutz-Paket o.Ä. nennen. 

Die Leistungen umfassen beispielsweise:

  • CDW („Collision Damage Waiver“): Eine Reduzierung des Eigenanteils im Schadenfall. Sprich: Wenn du einen Unfall oder Schäden verursachst, bekommst du die Kautiovon der Versicherung zum großen Teil zurückerstattet.
    ►►Achtung: Diese Regelung greift meist nur bei Unfallschäden. Beschädigungen durch Gebrauch sind hier ausgenommen.
  • Kautionsversicherung: Manche Versicherer bieten eine Kautionsversicherung mit im Schutzpaket an. Diese umfasst dann, anders als die CDW, auch Gebrauchsschäden.
    ►►Achtung: Bei der Unterscheidung zwischen CDW und Kautionsversicherung sind die Bezeichnungen von Seiten der Versicherer nicht immer eindeutig. Lieber nochmal nachfragen bzw. in den Bedingungen genau nachlesen.
  • Reiserücktrittsversicherung: Hierdurch werden die Kosten von Reiserücktritt und Mietabbruch gedeckt. 
  • Inhaltsversicherung: Diese Versicherung schützt dein Gepäck und lose Teile, die im Wohnmobil transportiert werden. Weitere Infos zur Inhaltsversicherung findest du in diesem Artikel.
  • Mietausfall-Versicherung: Diese deckt die Haftpflichtansprüche des Vermieters gegen den Mieter, wenn der entstandene Schaden eine Folgevermietung unmöglich macht und dem Vermieter so Einnahmen entgehen bzw. Kosten entstehen.
  • Kostenerstattung bei Insolvenz des Vermieters: Falls du im Vorfeld eine Anzahlung geleistet oder bereits den kompletten Mietpreis bezahlt hast, springt die Versicherung im Fall einer Insolvenz des Vermieters ein und erstattet dir dein Geld zurück.

Dieter Scheffler, Geschäftsführer der RMV erklärt: „Beim Anmieten eine Fahrzeugs bestehen nicht nur Risiken auf Vermieter-, sondern auch auf Mieterseite. Ein Urlaubs-Schutz-Paket kann Mietern in vielerlei Hinsicht eine zusätzliche Sicherheit geben. Als Mieter sollten Sie darauf achten, dass nicht nur Unfallschäden versichert sind, sondern auch Schäden, die – egal ob innen oder außen – beim Gebrauch des Fahrzeugs entstehen. Verkratzt man beispielsweise den Lack versehentlich mit einem Schlüssel oder beschädigt den Fahrzeuginnenraum, ist das nicht bei jedem Anbieter versichert.”

►►Unser Tipp: Viele offizielle gewerbliche Anbieter für Mietfahrzeuge und Händler kooperieren mit Versicherern und können im Rahmen der Vermietung entsprechende Angebote machen. Die Kosten für ein Urlaubs-Schutz-Paket variieren zwischen 5 und 18 Euro pro Tag – abhängig von Mietpreis, Selbstbehalt und Anzahl der Mitreisenden.

Im Privaten Bereich werden diese Leistungen häufig nicht angeboten, aber auch hier kannst du beim Mieten Glück haben und über offizielle Vermietplattformen eventuell ein entsprechendes Angebot finden.

►►Unser Tipp: Bietet der Vermieter kein solches Zusatzpaket an, kannst du zumindest bei gewerblichen Vermietern in vielen Fällen eigenständig eine entsprechende Police beim Anbieter deiner Wahl abschließen.
Bei privaten Vermietern (ohne Vermittlungsplattform) ist dies wenn überhaupt nur nach eingehender Prüfung möglich.


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Träumte seit ihrer Kindheit von einem Leben auf Rädern. Tourt jetzt mit Mann und Hund ganzjährig im Wohnwagen durch Europa.

Lieblingsspots: Andalusien, Baskenland & Mexiko.

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